WiSENT 2 – Niederlande wollen Bergepanzer von FFG bestellen

Waldemar Geiger

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Das niederländische Verteidigungsministerium plant noch in diesem Jahr die Beschaffung von mehreren Systemen WiSENT 2 in der Konfiguration Bergepanzer beim norddeutschen Panzerbauer FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG). Dies geht aus einem sogenannten Kamerbrief A/B-Brief (A/B-Letter) des niederländischen Verteidigungsministeriums an das niederländische Parlament hervor. Das hartpunkt vorliegende Schreiben ist auf den 11. Februar 2026 datiert.

Mit der Übermittlung des A/B-Letters an das Parlament werden die beiden ersten Phasen des niederländischen Beschaffungsprozesses (A Phase – Analyse der Anforderungen) und (B Phase – Marktsichtung) abgeschlossen. Zudem heißt es in dem Schreiben, dass man die D-Phase (Beschaffung) in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 einleiten werde. Somit kann mit einer Vertragsunterzeichnung in der zweiten Jahreshälfte gerechnet werden.

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Wie es in dem Schreiben heißt, reichen die derzeit in den niederländischen Streitkräften verfügbaren Bergepanzer nicht aus, um die im Aufwuchs befindlichen Landstreitkräfte mit ausreichenden Bergekapazitäten zu unterstützen. hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge verfügt die Landmacht derzeit über 25 Bergepanzer 3 Büffel, die aktuell einen Modernisierungsprozess durchlaufen.

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Um zukünftig sowohl die schwere und die mittlere Infanteriebrigade des niederländischen Heeres mit entsprechenden Bergefähigkeiten ausstatten zu können, werden zusätzliche Systeme benötigt. Die Niederlande haben erst vor kurzem beschlossen, ein Panzerbataillon sowie ein zusätzliches Grenadierbataillon aufzustellen. Allein für die Ausstattung dieser beiden Verbände sowie entsprechender Systeme für die Ausbildung wird Beobachtern zufolge eine niedrige zweistellige Anzahl an Bergepanzern benötigt. Darüber hinaus will das Verteidigungsministerium eigenen Angaben nach Optionen in den Vertrag aufnehmen, um einen möglichen zukünftigen Bedarf für operative Einheiten, Ausbildungszwecke und Reserven decken zu können.

Neben den Bergepanzern soll der Vertrag auch die Beschaffung von ferngesteuerten und zur Drohnenabwehr befähigten Waffenstationen, vermutlich vom Typ Protector RS4 des Herstellers Kongsberg, die auch auf den WiSENT 2 der Streitkräfte Norwegens, Kanadas und Dänemarks integriert sind, sowie eines Erstvorrats an entsprechender Munition für Ausbildung und Übung, Ersatzteilen, Wartungspaketen und IT-Mitteln umfassen.

Wie das Verteidigungsministerium in dem Schreiben an das Parlament erklärt, hat man sich bei der Formulierung der Forderungen für den Bergepanzer für bewährte Technologiesysteme entschieden, um so eine Beschaffung „von der Stange” (Military off the Shelf: MOTS) zu tätigen. Dies soll Vorteile in Bezug auf Preis, Verfügbarkeit der Teile, Lieferzeit, Interoperabilität und Wartung bieten. „Das Verteidigungsministerium entscheidet sich für den WiSENT-2 des deutschen Anbieters Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbh (FFG). Auf Grundlage des Einsatzkonzepts und der Marktsichtung hat sich gezeigt, dass nur diese Lösung die gestellten Anforderungen erfüllt“, heißt es in dem Schreiben wörtlich.

Bergepanzer WiSENT 2

Beim WiSENT 2 handelt es sich um eine Multifunktionsplattform auf Basis des Leopard-2-Fahrgestells. Die Plattform verfügt daher über die gleiche Mobilität und Leistung wie die Leopard-2-Kampfpanzer und überzeugt insbesondere im Bereich des Fahrgestells durch logistische Gleichheit. Früheren Angaben des Unternehmens zufolge, verfügen die WiSENT-2-Panzer über ein Laufwerk, das für Lastenklassen bis MLC-80 geeignet ist. Das Fahrzeug folgt dabei den gleichen Prinzipien wie der Kampfpanzer Leopard 2 A7V, wo Veränderungen am Seitenvorgelege und am Getriebe die Endgeschwindigkeit gering reduzieren, allerdings mehr Kraft auf die Kette bringen. Der WiSENT 2 bietet bereits in der Basisversion einen sehr hohen Grundschutz, der bei Bedarf durch Adaption weiterer Schutzelemente erhöht werden kann. Die Besatzung besteht typischerweise aus drei Personen. Sofern erforderlich, ist der Fahrer allerdings in der Lage, den WiSENT 2 allein zu bedienen.

Als Bergepanzer ist der WiSENT 2 darauf ausgelegt, festgefahrene oder beschädigte Panzer unter Schutz zu bergen und abzuschleppen. Zu diesem Zweck ist die Plattform mit einem Räumschild sowie einem Drehkran mit einer Kapazität von 32 Tonnen, einer Winde mit konstant 40 Tonnen Zugkraft im Einfachzug und einer Gefechtsfeldbergeeinrichtung (CRS – Combat Recovery System) ausgestattet.

Der Unterstützungspanzer ist laut Hersteller eine modulare Plattform, die als Berge-, Pionier-, Minenräum- oder Brückenlegepanzer eingesetzt werden kann. Sein Baukastenprinzip ermögliche es, ihn in weniger als fünf Stunden von einem Bergepanzer zu einem Pionierpanzer umzubauen und umgekehrt. Nutzer des Fahrzeugs sind laut FFG bislang Dänemark, Kanada, Katar, Norwegen, Ungarn und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit den Niederlanden würde nun ein siebter Nutzer hinzukommen. Seit 2012 wurde das Unternehmen mit der Lieferung von über 75 Systemen beauftragt, über 60 davon an NATO-Staaten.

Waldemar Geiger