TKMS macht Fortschritte bei Anti-Torpedo-Torpedo

Lars Hoffmann

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Der deutsche Marineschiffbauer TKMS hat nach eigenen Angaben im letzten Quartal des vergangenen Jahres weiter erfolgreich an der Entwicklung des Anti-Torpedo-Torpedos SeaSpider gearbeitet. Wie TKMS-CEO Oliver Burkhard heute bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte, fanden in dem Zeitraum erfolgreiche Testschüsse mit der Waffe statt, mit der in Zukunft Schiffe vor angreifenden Torpedos geschützt werden sollen.

Wie aus der während der Konferenz gezeigten Präsentation hervorgeht, wurden dabei die Fähigkeiten des SeaSpider in Bezug auf Navigation, Stabilisierung und Raketenantrieb getestet. Burkhard geht von einer perspektivisch „großen Nachfrage“ für das Produkt aus. Es sei allerdings noch nicht verkauft, schränkte er ein. Dem Vernehmen nach will TKMS die Technologie, die ein Novum darstellt, bis 2029 zur Marktreife entwickeln. Als potenzielle Kunden gelten die deutsche und niederländische Marine. Das niederländische Verteidigungsministerium hatte bereits im vergangenen Jahr mit der Budgetplanung begonnen. Der Raketenantrieb für den SeaSpider soll offenbar in Kanada hergestellt werden.

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Kanada gilt auch als möglicher Kunde für sieben bis zwölf neue U-Boote für die eigene Marine. Allerdings befindet sich TKMS hier im harten Wettbewerb mit dem südkoreanischen Hanwha-Konzern. Neben Hanwha hat bereits eine Reihe von anderen koreanischen Firmen Investitionen in Kanada angekündigt, sollte sich Ottawa für U-Boote südkoreanischer Fertigug entscheiden. Erst Ende vergangenen Monats unterzeichneten Hanwha und der die kanadische MDA Space ein Memorandum of Understanding, um die Nutzung von Satelliten des kanadischen Unternehmens für die zukünftige militärische Satellitenkonstellation Südkoreas zu untersuchen.

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Burkhard betonte, dass beim Angebot für die kanadischen Streitkräfte Deutschland und Norwegen zusammenarbeiten. Beide Länder möchten Kanada als Partner für die U-Boote der Klasse 212 CD gewinnen. Seinen Worten zufolge wird sein Unternehmen im Frühjahr ein Angebot abgeben. Bis Ende des Geschäftsjahres rechnet er mit einer Entscheidung, wer den Zuschlag erhält.

Wie der TKMS-CEO ausführte, befindet sich sein Unternehmen weiter in Gesprächen mit German Naval Yards über eine mögliche Übernahme auf Basis eines nicht bindenden Angebotes. Der Manager würde gerne in den kommenden Wochen in vertiefte Gespräche im Rahmen einer „Due Diligence“ einstiegen, sollte German Naval Yards daran interessiert sein.

Der Brennstart für die Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU als Überbrückungslösung für zu spät zulaufende F126 sei nach Unterschrift des Vorvertrages bereits erfolgt, sagte Burkhard. TKMS will die Schiffe zusammen mit der Rönnergruppe aus Bremerhaven bauen. Eine Kombination die bei der Ablieferung von MEKO-Fregatten nach rund drei Jahren Bauzeit an Ägypten bereits gut funktioniert hat.

Für das erste Quartal des Finanzjahres 2025/26 – also die vergangenen Monate Oktober, November und Dezember – berichtet TKMS eine anhaltend positive Auftragsdynamik und eine stabile Entwicklung sowohl des Umsatzes als auch des bereinigten EBIT. Laut Mitteilung des Unternehmens hatte TKMS einen soliden Auftragseingang mit neuen Aufträgen im Wert von 904 Millionen Euro, darunter der größte Torpedo-Auftrag der Konzerngeschichte für die Deutsche Marine. Der Auftragsbestand erreichte damit ein neues Rekordniveau von etwa 18,7 Milliarden Euro. Der Umsatz lag stabil bei 545 Millionen Euro, 1 Prozent unter dem Vorjahresquartal.

TKMS hat die Prognose für die Umsatzentwicklung für das Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Nunmehr wird ein Umsatzwachstum von +2 Prozent bis +5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (vormals: -1 Prozent bis +2 Prozent) und eine Steigerung der bereinigten EBIT-Marge auf über 6 Prozent erwartet.

Lars Hoffmann