Der Sensorspezialist Hensoldt hat nach eigenen Angaben im Rahmen der deutschen „European Sky Shield Initiative“ (ESSI) Bestellungen von Diehl Defence im Wert von über 100 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen liefert weitere TRML-4D-Radare inklusive eines Wartungs- und Trainingspakets an verschiedene europäische Länder, wie aus einer Meldung von Hensoldt hervorgeht. Die Radare werden demnach in den ESSI-Ländern als Teil des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM von Diehl Defence eingesetzt.
Das Luftverteidigungsradar TRML-4D hat der Mitteilung zufolge unter anderem in der Ukraine außergewöhnlich gute Aufklärungsleistungen nachgewiesen. Es basiere auf der neuesten AESA-Radartechnologie (Active Electronically Scanned Array) und gewährleistee die schnelle Erkennung und Verfolgung von rund 1.500 Zielen in einem Radius von bis zu 250 Kilometern. Es ist laut Hersteller in der Lage, alle Arten von Luftzielen – Marschflugkörper, Raketen, Drohnen und Flugzeuge – schnell und zuverlässig zu erfassen, zu verfolgen und für die Bekämpfung zu klassifizieren.
„Der Nachholbedarf in der europäischen Luftverteidigung ist enorm und die Bedrohungen durch Luftangriffe sind komplexer und variantenreicher als noch vor einigen Jahren“, sagt Markus Rothmaier, Leiter Naval & Ground Radars bei Hensoldt, laut Mitteilung. Digitale Technologien – Stichwort ‚Software-defined Defence‘ – ermöglichen es seinen Worten zufolge immer mehr, vorhandene Fähigkeiten zu verknüpfen, Modernisierungen software-basiert auszurollen und Entwicklungszyklen massiv zu verkürzen. „Daran arbeiten wir auch bei unseren Luftverteidigungsradaren und steigern so die Effizienz und Leistungsfähigkeit unserer Produkte“, so Rothmaier.
Neben dem Hochleistungsradar TRML-4D gehören das Kurzstreckenradar Spexer, das Passivradar Twinvis und Radare zur Sicherung des Schiffs- und Luftverkehrs zum Portfolio des Unternehmens. Im Rahmen der ESSI-Initiative hat Hensoldt nach eigenen Angaben bereits über 150 Radare verschiedener Typen unter Vertrag.
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