Russische Streitkräfte erhalten erstes Los der AK-15K

Kristóf Nagy

Anzeige

Die russischen Streitkräfte haben offenbar das erste Los des kompakten Sturmgewehrs AK-15K im Kaliber 7,62 x 39 mm erhalten. Dies lässt sich einer am 24. Dezember 2025 verbreiteten Pressemitteilung des Kalaschnikow-Konzerns entnehmen. Angaben zu gelieferten Mengen oder über den Wert des Auftrags wurden nicht getätigt.

Der Kalaschnikow-Konzern hat das neueste Sturmgewehr im Kaliber 7,62 × 39 mm mit der Bezeichnung AK-15K erstmals in der Serienversion auf der internationalen Rüstungsmesse IDEX 2025 im Februar dieses Jahres in Abu Dhabi vorgestellt.

Anzeige

Dabei handelt es sich um eine verkürzte Version der AK-15, einer Adaption der AK-12 im Kaliber 7,62 x 39 mm. Sowohl die AK-15 als auch das Basismodell AK-12 wurden für das russische Soldatensystem Ratnik entwickelt und im Rahmen des Programms eingeführt. Den Prototyp der kompakten Ausführung AK-15K präsentierte Kalaschnikow bereits 2017 auf einer Fachmesse in Russland. Die faktische Serienreife und Bestellungen, die eine Produktion rechtfertigen, erhielt Kalaschnikow offenbar jedoch erst Anfang dieses Jahres.

Anzeige

Das Sturmgewehr weist alle ergonomischen Vorzüge der AK-12 auf, wie etwa die längenverstellbare Schulterstütze, und unterscheidet sich damit von den aus sowjetischer Zeit stammenden Entwürfen. Zudem können dank der Picatinny-Schiene auf der Waffe optische und optronische Zielmittel befestigt werden, was bei den AKM-Gewehren im gleichen Kaliber nur über eine Seitenmontage auf deutlich größerer Länge möglich ist. Das Gewehr mit einer Rohrlänge von 290 mm wiegt mit 3,4 kg dennoch etwa genauso viel wie eine reguläre AKM. In der Pressemitteilung wird außerdem hervorgehoben, dass die Waffe in einem Multicam-ähnlichen Tarnmuster ausgeliefert wird. Dieses Finish steht Unternehmensangaben zufolge seit diesem Jahr für alle Behördenwaffen zur Verfügung.

Obwohl mit der Patrone 7N6 im Kaliber 5,45 x 39 mm, die seit 1974 mit dem GRAU-Index (Bezeichnungssystem für Waffen, Munition und Ausrüstungsteile der ursprünglich sowjetischen, später russischen Streitkräfte) geführt wird, eine vermeintlich modernere Patrone zur Verfügung steht, ist die Popularität des Kalibers 7,62 x 39 ungebrochen. Grund hierfür ist neben einigen anderen günstigen ballistischen Eigenentwicklungen offenbar die hohe Kompatibilität mit Signaturreduzierern bei gleichzeitigem Erhalt eines Großteils der Leistungsfähigkeit. Zudem ist das Kaliber weltweit verbreitet, wodurch es eine signifikante Exportrelevanz für die durch Sanktionen beschränkte russische Wirtschaft hat. So ist auch zu erklären, warum neben der AK-15 von Kalaschnikow eine noch kürzere AK-15SK sowie ein leichtes Maschinengewehr mit Gurtzuführung unter der Bezeichnung RPL-7 entwickelt wurden.

Kristóf Nagy