Spanien will sich an der Beschaffung des Taurus NEO beteiligen und pocht mit Deutschland auf Einhaltung der FCAS-Verträge

Lars Hoffmann

Anzeige

Neben Deutschland beabsichtigt auch die spanische Regierung, neue Marschflugkörper des Typs Taurus zu kaufen. „Ich freue mich sehr, dass Spanien erklärt hat, sich an der Beschaffung der nächsten Generation von Lenkflugkörpern, dem Taurus Neo, zu beteiligen“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius heute während des Besuchs seiner spanischen Amtskollegin Margarita Robles in Berlin.

Wie hartpunkt vor rund einer Woche mit Verweis auf gut unterrichtete Kreise berichtete, beabsichtigt die Bundeswehr Ende 2025 bzw. spätestens Anfang 2026 eine „substanzielle“ Anzahl an neuen Taurus-Marschflugkörpern zu beschaffen. Bei dem Taurus Neo soll es sich dabei um einen weiterentwickelten und obsoleszenzbereinigten Taurus-Flugkörper handeln, der über modernere Sensorik- und Navigationssysteme verfügen soll.

Anzeige

Wie es in einer Mitteilung des BMVg zum Besuch weiter heißt, zeigten sich beide mit Blick auf die gemeinsam mit Frankreich beabsichtigte Entwicklung eines Kampfflugzeugs der 6. Generation zuversichtlich. Pistorius kündigte an, im Herbst ein trilaterales Treffen in Berlin organisieren zu wollen, um im Detail über noch offene Fragen im FCAS-Projekt zu sprechen. Dabei sei klar, dass die bereits geschlossenen Verträge die Grundlage der Kooperation der beteiligten Industrieunternehmen bildeten.

Anzeige

Wie hartpunkt bereits in der Vergangenheit berichtete, fordert der französische Flugzeugbauer Dassault die Führung am New Generation Fighter des FCAS-Projektes mit einem Arbeitsanteil von 80 Prozent.

Wie die Tageszeitung Bild berichtet, streiten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Vorabend des morgigen deutsch-französischen Ministerrates in Toulon über die Aufgabenverteilung beim Kampfjet. Laut dem Blatt fordern die für den Verteidigungshaushalt zuständigen Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt von der CDU und Andreas Schwarz von der SPD, dass der Kanzler den französischen Forderungen nicht nachgibt. Es gehe um die deutsche Industrie und Arbeitsplätze. Wie es im Artikel heißt, wird in der Regierung ein Abbruch des FCAS-Programms nicht mehr ausgeschlossen.

Lars Hoffmann