Im Rahmen des Staatsbesuchs von Mohamed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), in Budapest hat der ungarische Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtkonzern 4iG mit der Edge Group eine umfangreiche Vereinbarung über die zukünftige Entwicklung und gemeinsame Vermarktung von Rüstungsgütern geschlossen. Dies gaben beide Unternehmen am 17. Juni 2025 bekannt. Laut der Mitteilung ist die Übereinkunft die Fortsetzung der im April unterzeichneten strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen.
Den beiden Partnern zufolge soll im Rahmen eines umfassenden Technologie- und Wissenstransfers die Grundlage für die gemeinsame Entwicklung, Lokalisierung und Markteinführung spezifischer Verteidigungssysteme geschaffen werden. Konkret nannten beide Unternehmen die Entwicklung und Fertigung von unbemannten Luftfahrzeugen (UAS) sowie von Drohnenabwehrsystemen (C-UAS) und Luftverteidigungs- und Führungssystemen. Der CEO der Edge-Gruppe, Hamad Al Marar, erläuterte am Rande des Staatsbesuchs die Ausrichtung seines Konzerns wie folgt: „Unser Ziel mit Partnern wie 4iG SDT ist es, Nationen bei der Entwicklung und Erreichung fortschrittlicher, souveräner Verteidigungstechnologien und industrieller Fähigkeiten zu unterstützen. Die globale Sicherheitslandschaft macht Modernisierungsprogramme erforderlich, um die neueste autonome Technologie zu nutzen und den sich rasch entwickelnden Bedrohungen aus der Luft zu begegnen. Diese Zusammenarbeit stärkt das Potenzial, wettbewerbsfähige, NATO-kompatible und exportfähige Lösungen zu liefern – nicht nur zur Unterstützung der nationalen Ziele Ungarns, sondern auch als Tor zu einem stärkeren Engagement in ganz Europa und den NATO-Mitgliedsstaaten.“
In der Mitteilung wurden als spezifische Produkte für eine angestrebte Weiterentwicklung und potenzielle Produktion in Ungarn das Flugabwehrsystem kurzer Reichweite (SHORAD) SkyKnight genannt, das Halcon Systems 2020 für Edge in den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelt hat und das eine Teilkomponente des Skynex-Luftverteidigungssystems von Rheinmetall ist. Mit der Fähigkeit, bis zu 60 der kosteneffizienten Flugkörper pro Werfer zu starten, ist SkyKnight insbesondere zur Abwehr von Sättigungsangriffen geeignet. Laut der Stellungnahme von 4iG umfasst die Vereinbarung auch die mit einem Stahltriebwerk ausgestattete Shadow 25 und die Shadow 50 Loitering Munition, die eine deutlich längere Reichweite aufweist und von einer Luftschraube angetrieben wird.
Bezüglich der angesprochenen Drohnenabwehrsysteme wurden keine Details bekannt. Hinsichtlich des Luftraum- und UAS-Flottenmanagementsystems werden in der Mitteilung jedoch zwei konkrete Produkte benannt, die potenziell in einem zukünftigen Joint Venture weiterentwickelt werden sollen. An erster Stelle ist hier die von Edge entwickelte Vega-Luftraumüberwachungslösung zu nennen, mit der sich Flüge von UAS planen und verfolgen lassen, auch im Verbund mit bemannten Systemen. Abgerundet wird das Paket durch das Drohnenmanagementsystem Omega, mit dem die gesamte UAS-Flotte durch wenige Bediener teilautomatisiert in den jeweiligen Missionsprofilen betrieben werden kann.
Die beiden Konzerne haben in der Mitteilung erwartungsgemäß keinen genauen Zeitplan für die Umsetzung der ambitionierten Ziele kommuniziert. Dies ist im Falle des potenziell zu gründenden Joint Ventures auch noch reine Zukunftsmusik. Dennoch sieht sich 4iG mit seinen bereits jetzt breit aufgestellten Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie einheimischen Partnern wie dem Drohnenspezialisten Rotors & Cams gut für die Realisierung des Vorhabens aufgestellt.
Kristóf Nagy















