Der türkische Spezialist für unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) STM Defence Technologies hat seine neue, Wirkmittel tragende FPV-Drohne im scharfen Schuss der Öffentlichkeit demonstriert. Dies gab das Unternehmen am 16. Mai in einer Pressemitteilung bekannt. In dem dazugehörigen Video zeigte STM Defence Technologies den Angriff auf eine simulierte Gruppe von Schützen auf freier Fläche.
Das 1991 gegründete türkische Unternehmen mit Sitz in der Hauptstadt Ankara hatte im März 2021 internationale Aufmerksamkeit durch einen Bericht des Libyen-Expertengremiums des UN-Sicherheitsrates erfahren. Demnach hatte bereits im Jahre 2020 eine STM-Drohne des Typs Kargu-2, die mit einer Bilderkennungssoftware ausgestattet war, erfolgreich und vollständig autonom Milizen des Kriegsherrn Haftar angegriffenen. Des Weiteren tauchten vermehrt Berichte über die Nutzung des Wirkmittel tragenden UAS im Krieg von Aserbaidschan gegen Armenien auf, welche jedoch unbestätigt blieben.
Die aktuell gezeigte und als Kargu-FPV bezeichnete UAS ist deutlich kleiner und agiler als die Kargu-2, auch wenn die maximale Reichweite mit 10 km identisch ausfällt. Laut Hersteller ist die 3.650 g schwere Kargu-FPV in der Lage, eine 1.300 g wiegende Wirkladung mitzuführen. Diese ist mit 820 vorfragmentierten Splittern speziell auf die Bekämpfung von Weichzielen ausgelegt. Die Flugzeit beträgt 20 Minuten und kann im Falle der Nutzung als Aufklärungsmittel ohne Wirkladung auf 40 Minuten erhöht werden. Laut Mitteilung ist die Drohne in der Lage, Flughöhen von bis zu 5.500 m und im Endanflug Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h zu erreichen.
Ausgestattet ist die Drohne mit einer kombinierten Tag- und Nachtsehkamera, welche auch als Sensor für die integrierte Bildverarbeitung dient. Diese ermöglicht es dem Piloten, das Ziel zu erfassen und den Endanflug automatisiert durchführen zu lassen. Die UAS wählt dabei den idealen Anflugwinkel und den Moment für die Auflösung der Wirkladung, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Gezündet wird die Ladung durch einen Sicherheitszünder, welcher im Falle der Nichtnutzung die sichere Aufnahme der Drohne nach der Ladung ermöglicht. Durch diese Auslegung und eine gehärtete Datenübertragung ist die Kargu-FPV dem Hersteller zufolge besonders resistent gegen feindlichen Störmaßnahmen.
Mit der Kargu-FPV bietet STM eine standardisierte FPV-Drohne mit einem relativ forgeschrittenen Automatisierungsgrad an. Wobei UAS mit vergleichbaren Fähigkeiten in der Ukraine bereits vor einigen Monaten gezeigt wurden. Der zum Einsatz kommende Zünder erhöht unweigerlich die Handhabungs- und Funktionssicherheit, wird jedoch auch deutlich höhere Kosten zur Folge haben. Es ist daher abzuwarten, ob die Kargu-FPV wenigstens für die einheimischen Streitkräfte eine Option ist.
Kristóf Nagy














