Start von BND-Aufklärungssatelliten verzögert sich – Folgeprojekt von GEORG bereits beauftragt

Lars Hoffmann

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Einem Bericht der Tagesschau zufolge verzögert sich der Start eines Aufklärungssatelliten für den Bundesnachrichtendienst (BND) erneut. Wie es in einem gestern veröffentlichten Beitrag, der auf Recherchen von WDR und NDR basiert, weiter heißt, sollte der erste BND-Satellit im Rahmen des „Global Electro Optical Reconnaissance System Germany“ (GEORG) eigentlich 2022 auf seine Umlaufbahn gebracht werden. Dies sei dann auf 2024 und später auf 2025 verschoben worden. Auch der letzte Termin wurde den Angaben zufolge gerissen. Laut Tagesschau-Bericht könnte nun womöglich im laufenden Jahr der Start erfolgen.

Ein Sprecher des BND wollte sich auf Nachfrage von hartpunkt nicht zu dem Sachverhalt äußern. Zu geheimdienstlichen Fragen werden seinen Worten zufolge lediglich die Bundesregierung und die parlamentarischen Kontrollgremien informiert. Eine Sprecherin des Bremer Herstellers OHB lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab.

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Laut Tagesschau-Bericht soll einer der Gründe für die neuerliche Verzögerung darin liegen, dass die Bundeswehr schlechte Erfahrungen mit zwei Satelliten von OHB im Projekt SARah (Synthetic Aperture Radar altitude high) gemacht hat. Die beide Radarsatelliten konnten nach dem Start in den Weltraum im Dezember 2023 zunächst ihre Antennen nicht ausklappen. Nach umfangreichen Flugmanövern war es OHB dann aber doch gelungen, die verklemmten Antennen zu lösen und die Satelliten in Betrieb zu nehmen. Eine ähnliche Situation wollten die Verantwortlichen dem Bericht zufolge bei GEORG offensichtlich vermeiden und haben deshalb den Start verschoben.

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Wie aus älteren Medienberichten hervorgeht, könnte die erste Stufe von GEORG aus bis zu drei Satelliten bestehen. OHB hatte in den vergangenen Jahren in Ad-hoc-Mitteilungen zweimal über Aufträge für Satellitensysteme zur weltweiten elektro-optischen Aufklärung, einmal im Volumen von bis zu 400 Millionen und ein anderes Mal im Volumen über 150 Millionen Euro, berichtet.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass offenbar bereits die nächste Ausbaustufe von GEORG mit weiteren Satelliten beauftragt wurde. Wie hartpunkt aus gut informierten Kreisen erfahren hat, soll der Rüstungskonzern Airbus Defence and Space einen solchen Auftrag Ende vergangenen Jahres erhalten haben. Ein Airbus-Sprecher wollte dies auf Anfrage von hartpunkt nicht kommentieren.

Airbus hat bereits im Projekt SARah der Bundeswehr den dritten Radarsatelliten auf Basis der „Synthetic Aperture Radar-Phased Array“-Technologie mit Strahlschwenkung geliefert, der seit 2023 erfolgreich im Einsatz ist. Beobachter gehen davon aus, dass Airbus womöglich einem weiteren derartigen Radarsatelliten bauen soll und auch die beiden als Ersatz für die zunächst nicht funktionstüchtigen SARah-Satelliten in Produktion befindlichen OHB-Satelliten zu Ende gebaut werden.

Während Deutschland beim Bau von Satelliten über die dafür benötigten nationalen Fähigkeiten verfügt, sieht es bei der Verbringung ins All längst nicht so gut aus. So ist offenbar vorgesehen, im Rahmen von GEORG die Launch-Dienste des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk zu nutzen, wie dies auch bereits bei SARah erfolgt ist.

Während SpaceX solche Starts günstiger und häufiger anbieten kann als die Europäer mit der Ariane 6, warnen Experten vor den damit verbundenen Risiken. Denn bei der Nutzung von Startdiensten in den USA müssen die Hersteller wichtige Parameter ihrer Satelliten offenlegen. Vor dem Hintergrund der Drohungen des amerikanischen Präsidenten, Grönland militärisch zu besetzen, scheint es deshalb Beobachtern dringend geboten, souveräne europäische Kapazitäten zu nutzen und diese auszubauen.

Lars Hoffmann