LAND 156 LOE 2 – Australien testet SMASH 3000 als Mittel der infanteristischen Drohnenabwehr

Waldemar Geiger

Anzeige

Die australischen Streitkräfte testen im Rahmen des Technologie-Evaluierungs-Vorhabens LAND 156 LOE 2 die Eignung des Smartshooter-Feuerleitvisiers SMASH 3000 als Mittel der infanteristischen Drohnenabwehr. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens hervor.

Durch eine integrierte Positionsstabilisierung kann das etwa 740 g schwere Feuerleitvisier erfolgreich sowohl gegen statische, als auch dynamische Ziele eingesetzt werden. Zudem ist das SMASH 3000 mit Vergrößerungsnachsatzoptiken (Booster) sowie Nachtsichtvorsatzgeräten kombinierbar, was den Einsatzwert der Optronik im klassischen infanteristischen Feuerkampf steigert.

Anzeige

Bei der SMASH-Feuerleitvisier-Familie handelt es sich um eine Handwaffenoptronik, die es Soldaten mit Hilfe von Computer Vision, Künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Tracking-Algorithmen erlaubt, Luft- und Bodenziele sehr genau zu erkennen, zu verfolgen und präzise zu bekämpfen.

Anzeige

Die SMASH-Feuerleitsysteme haben sich Smartshooter zufolge im Kampfeinsatz bewährt und werden von Streitkräften in den USA, Israel, Europa, Großbritannien und anderen NATO-Staaten eingesetzt. Auch die Bundeswehr hat Systeme der SMASH-Familie als Mittel der infanteristischen Drohnenabwehr beschafft und zudem jüngst Systemtests mit eingeführten Maschinengewehren beauftragt, hartpunkt berichtete.

SMASH-Feuerleitsysteme

Bei der SMASH-Familie handelt es sich um Feuerleitsysteme für Handfeuerwaffen des israelischen Herstellers Smartshooter. Smash kombiniert elektrooptische Hardware mit eingebetteter Bilderkennungssoftware und einem ballistischen Rechner. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Visier, das dem Soldaten einen Haltepunkt anzeigt, nach dem er seine Waffe ausrichten kann, ermöglicht das SMASH-Visier dem Soldaten, sein Ziel zu verfolgen, es anzuvisieren und genau in der Sekunde zu feuern, die einen Treffer garantiert. Das Feuerleitvisier berücksichtigt dafür eine Reihe von Faktoren: von der Bewegungsrichtung und dem Bewegungstempo des Ziels bis hin zur Ballistik der Waffe, auf der es montiert ist.

Ist ein Ziel einmal erkannt und festgelegt, errechnet der Algorithmus eine Schusslösung. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Bewegung von Ziel und Schützen berechnet das System kontinuierlich den für einen Treffer erforderlichen Haltepunkt. Dieser dynamische Haltepunkt wird kontinuierlich in dem Okular angezeigt und bietet dem Schützen so eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit für jeden Schuss. Der Schütze betätigt den Abzug, das System erlaubt eine Schussauslösung nur dann, wenn der Schütze den Zielpunkt der Waffe über den errechneten Haltepunkt eines vorher markierten Ziels führt. Der Schuss bricht dann automatisch. Sollte der Schütze die Waffe auf konventionelle Weise (manuell) abfeuern wollen, kann er den SMASH-Sperrmechanismus mittels eines Tastendrucks aus- und wieder einschalten.

Je nach Ausführung können nach Angaben von Smartshooter so Bodenziele, beweglich und stationär, bis mindestens 600 Meter und Kleinstdrohnen bis 250 Meter bekämpft werden.

Waldemar Geiger