Doch weitere F-35 für die Luftwaffe?

Waldemar Geiger

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Die Bundesrepublik Deutschland hat 2022 mittels eines Regierungsgeschäftes mit den USA 35 Stealth-Kampfflugzeuge des Typs F-35A Lightning II bestellt, die zukünftig als Kernwaffenträger einen Teil der alternden Tornado-Flotte ersetzen und die Rolle „nukleare Teilhabe“ wahrnehmen sollen. Beobachter sehen es jedoch als gesichert an, dass der Bedarf der Luftwaffe die 35 Maschinen übersteigt. Bisherige Medienberichte, wonach Deutschland bis zu 15 weitere Maschinen beschaffen möchte, wurden vom Verteidigungsministerium bislang sowohl im Juli als auch zuletzt im Oktober dieses Jahres hart dementiert. Gegenüber der dpa teilte das Verteidigungsministerium beispielsweise mit, dass es „derzeit keine Überlegungen für eine Beschaffung weiterer F-35“ gebe.

Eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine schriftliche Frage der Bundestagsabgeordneten Jeanne Dillschneider, Mitglied der Partei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Verteidigungsausschuss, lässt Zweifel am Dementi gegenüber der dpa zu.

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Auf die Frage von Dillschneider: „Plant die Bundesregierung eine Beschaffung von weiteren F-35 Luftfahrzeugen im Jahr 2026, und wenn ja, reichen die Kapazitäten am Standort Büchel für die Unterbringung und den Betrieb von zusätzlichen F-35 Luftfahrzeugen aus?“ antwortete Nils Schmid, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg, am 7. November 2025 mit: „Eine Beschaffung im Sinne der Fragestellung ist derzeit nicht beabsichtigt.“

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Da Dillschneiders Frage sich im Kern nur um zwei Aspekte drehte, nämliche der Beschaffung von weiteren F-35 und dem Beschaffungszeitrum 2026, lässt die Antwort des Ministeriums durchaus den Schluss zu, dass eine Ergänzungsbeschaffung von weiteren F-35 nicht vom Tisch ist. Nur wird diese nicht im Jahr 2026 erfolgen.

Eine F-35-Beschaffung in 2026 wäre Fachkreisen zufolge ohnehin sehr ambitioniert, da im Rahmen des für den Kauf zusätzlicher F-35 notwendigen Regierungsgeschäftes gewisse formale Schritte notwendig sind, die durchaus Zeit benötigen. So müsste die deutsche Regierung zuerst einen „Letter for Request“ an die zuständigen US-Stellen übermitteln, um das FMS-Geschäft (Foreign Military Sales) anzustoßen und der US-Administration aufzuzeigen was genau an Ausrüstung und Leistungen benötigt wird. Um diesen Prozess zu beginnen, müssen jedoch dem Vernehmen nach zuerst Budgetzusagen im Haushalt hinterlegt werden.

In einem weiteren Schritt müsste die Verkaufsbereitschaft durch die US-Regierung geprüft und gebilligt werden. Dies wird üblicherweise über eine sogenannte „Major Arms Sales“-Mitteilung der Defense Security Cooperation Agency (DSCA) öffentlich gemacht. Zudem muss noch der US-Kongress dem Verkauf zustimmen, was aber als Formalie angesehen wird.

In einem Folgeschritt würde dann noch ein „Letter of Offer and Acceptance“ an die deutsche Regierung übersendet werden, der ein konkretes Angebot enthält, welches dann den zuständigen Ausschüssen im Bundestag in Form einer 25-Mio-Vorlage zugeleitet und von diesen im Anschluss gebilligt werden muss. Bei der 2022er Beschaffung hat der ganze Prozess rund ein Dreivierteljahr gedauert, was Beobachtern zufolge als ungewöhnlich schnell empfunden wurde, da beide Regierungen auf die Turbo-Taste gedrückt haben.

Diese Turbo-Taste will man in Berlin derzeit offenbar aus politischen Gründen nicht betätigen. Beobachter gehen davon aus, dass dies im Zusammenhang mit den aktuellen FCAS-Querelen zwischen Deutschland und Frankreich zusammenhängen könnte. Bereits die ursprüngliche Beschaffung der F-35 hat die Alarmglocken in Paris erklingen lassen und ein weiteres Bekenntnis zum US-Stealth-Kampfflugzeug könnte dort unter Umständen als Anlass für einen Ausstieg aus dem FCAS-Programm genommen werden, mit der gleichzeitigen Möglichkeit, Deutschland die Schuld für das Scheitern des Vorhabens in die Schuhe zu schieben.

Was den Frageteil bezüglich des Platzes in Büchel angeht, dürfte es keine großen Herausforderungen geben. Gut informierten Kreisen zufolge sind dort Stellplätze für rund 50 Systeme vorgesehen, zudem plant die Bundeswehr eigenen Angaben zufolge acht der 35 bereits bestellten F-35 zu Ausbildungszwecken dauerhaft in den USA zu stationieren. Beobachter gehen davon aus, dass damit noch Platz für 20 bis 25 zusätzliche Maschinen in Büchel vorhanden sein sollte.

Waldemar Geiger