Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine Markterkundung zur Beschaffung von signalerfassenden Sensoren für Satelliten mit Synthetic Aperture Radar (SAR) begonnen. Wie es in einer zu Beginn des Monats auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlichten Bekanntmachung heißt, soll eruiert werden, welche entsprechenden bodengestützten Systeme bereits verfügbar sind.
„Das System soll mittels Sensoren am Boden die SAR-Signale von Satelliten in den SAR-Bändern L, C, X, Ku, Ka (ggf. ergänzen) erkennen und deren Muster aufzeichnen können“, heißt es in der Mitteilung. Das System soll eine Korrelation der Signale zu SAR-Satelliten ermöglichen, dies anhand der Überflugzeigen von bekannten Systemen, gegegebenenfalls auch durch eine Erkennung der Richtung der Signale sowie eine Erkennung von bekannten SAR-Mustern. Dazu soll das System den Aufbau eines Katalogs von SAR-Signalen ermöglichen und diesen als Grundlage für die Korrelation verwenden.
Grundlegende Bahndaten werden laut Mitteilung von externen Stellen auch den Auftraggeber in Standard-Datenformaten bereitgestellt und müssen hierzu verarbeitet werden. Das System soll zu den SAR-Signalen nach Möglichkeit den Bildmittelpunkt, Szenengröße und die Auflösung des Bildes bestimmen können. Die Sensoren sollen ortsfest sowie mobil oder verlegefähig ausgelegt sein und in zahlreichen Klimazonen von sehr heiß, über feuchtwarm bis kalt eingesetzt werden können. Eine Anfangsbefähigung zum Einsatz entsprechender Systeme sei für das Jahr 2027 vorgesehen, heißt es in der Mitteilung. Neben der Lieferung der Systeme besteht auch Bedarf an einer Erstausbildung des Bedienpersonals und gegebenenfalls erforderlicher Wartungsmaßnahmen. Als voraussichtliches Veröffentlichungsdatum einer anschließenden Auftragsbekanntmachung nennt die Mitteilung den 4. Januar kommenden Jahres. Die Frist zur Einreichung von Unterlagen endet am 6. November.
SAR-Satelliten gelten als besondes leistungsfähig bei schlechten Sichtbedingungen wie Nebel oder Regen, bei denen optische Satelliten an ihre Grenzen kommen. Wie aus Fachkreisen zu vernehmen ist, werden SAR-Satelliten jedoch seit einiger Zeit jedoch immer wieder durch Jamming gestört und können deshalb keine verlässlichen Bilder liefern. Sind die Bahndaten sowie technischen Parameter eines SAR-Satelliten bekannt, dürfte ein gezieltes Jamming einfacher möglich sein.
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