Mehrzweckkampfboote für das Seebataillon – Entscheidung offenbar zugunsten der Watercat M18 AMC gefallen

Waldemar Geiger

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Das Beschaffungsvorhaben für die Ausstattung des Seebataillons der Deutschen Marine mit Mehrzweckkampfbooten nähert sich einem wichtigen Meilenstein. Den hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge soll der Zuschlag für die Lieferung von bis zu 15 solcher Kampfboote des Typs Watercat M18 AMC an den finnischen Bootsbauer Marine Alutech gehen. Das System hat sich offenbar im Wettbewerb gegen den CB90-Entwurf des schwedischen Rüstungskonzerns Saab durchgesetzt.

Die Kampfboote sollen früheren Angaben des Verteidigungsministeriums zufolge die taktische Beweglichkeit des Seebataillons in einem breiten Missionsspektrum sicherstellen und für amphibische, militärische Evakuierungs-, Eskort-, Patrouillen- sowie für Harbour-Protection-Operationen genutzt werden.

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Die Pläne der Bundeswehr sehen es dem Vernehmen nach vor, in einem ersten Schritt zehn Boote fest zu beschaffen und recht zeitnah fünf weitere Systeme abzurufen. Gut informierte Kreise gehen davon aus, dass der Zulauf der ersten Boote in die Truppe ab 2029 erfolgen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Systeme erst einer Qualifizierung in den deutschen Streitkräften unterzogen werden.

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Die Marine wartet bereits seit geraumer Zeit auf die Realisierung des Vorhabens, dessen Analysephase im Juli 2017 begann. Der Teilnahmewettbewerb für die Beschaffung von 15 Off-the-Shelf-Mehrzweckbooten, die „schon in einer anderen Marine – im Idealfall in einer Marine eines Mitglieds- oder Partnerstaats der NATO – eingeführt“ sind, wurde jedoch erst im Juni 2023 eröffnet, nachdem im September 2022 die Möglichkeit geschaffen wurde, das Projekt aus dem Sondervermögen Bundeswehr zu finanzieren.

Beim Watercat M18 handelt es sich um ein rund 20 m langes Mehrzweck-Kampfboot mit einer Verdrängung von 32 t, von dem die finnischen Streitkräfte 12 Systeme als Jehu-Klasse in Verwendung haben. Die zwei 660 kW starken Dieselaggregate von Scania beschleunigen das Boot auf bis zu 45 Knoten. Die Reichweite wird mit rund 200 nautischen Meilen (370 km) angegeben. Die Bootsbesatzung der finnischen Streitkräfte besteht aus sechs Soldaten, zudem kann das Boot im Kampfraum bis zu 25 voll ausgerüstete Marineinfanteristen aufnehmen und diese unter anderem im Rahmen von Kampfanlandungen an die Küste bringen.

Waldemar Geiger