Raketenbauer HyImpulse sichert sich mehr als 50 Millionen Euro für den Ausbau suborbitaler und orbitaler Startdienste

Anzeige

Die HyImpulse Technologies GmbH, ein deutscher Hersteller von Trägerraketen, hat nach eigenen Angaben eine Series-A-Erweiterungsfinanzierung von mehr als 50 Millionen Euro Eigenkapital erhalten. Das Start-up entwickelt suborbitale und orbitale Startlösungen auf Basis einer proprietären Antriebstechnologie und will zu einem souveränen europäischen Zugang zum Weltraum beitragen.

Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, wurde die Finanzierungsrunde gemeinsam von JOIN Capital und Ace Capital Partners angeführt. Zu den neuen Investoren zählen unter anderem North Ventures, BW-Capital, Bayern Kapital und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bestehende Gesellschafter, darunter Campus Founders Ventures, unterstützen das Unternehmen weiterhin. Damit hat HyImpulse den Angaben zufolge mehr als 125 Millionen Euro an Eigenkapital und öffentlichen Fördermitteln eingeworben.

Anzeige

Die Finanzierung werde die Entwicklung und den Markthochlauf des Portfolios von Startdienstleistungen von HyImpulse beschleunigen, wozu der zweite Start der SR75 vom SaxaVord Spaceport in der zweiten Jahreshälfte 2026 und der Erstflug der Trägerrakete SL1 zählen, schreibt das Unternehmen. Zugleich sollen die Produktionskapazitäten erweitert und die Geschäftstätigkeit in Europa und internationalen Märkten ausgebaut werden. Darüber hinaus werde die Finanzierung die Position des Unternehmens in wichtigen Wachstumsfeldern stärken, darunter auf die konkreten Kundenbedürfnisse zugeschnittene, flexible Satellitenstartdienste, In-Space Mobility sowie suborbitale Forschungs- und Verteidigungsanwendungen, heißt es in der Mitteilung.

Anzeige

Nach Aussage von Jan Borgstädt, Founding Partner von JOIN Capital, hat HyImpulse eine deutlich effizientere Raketenarchitektur entwickelt. Sie komme mit rund halb so vielen Bauteilen aus, und die Startkosten pro Kilogramm Nutzlast würden seiner Einschätzung nach deutlich niedriger ausfallen. Damit werde zum Erreichen der Orbitalfähigkeit erheblich weniger Kapital benötigt.

Die proprietäre hybride Antriebstechnologie von HyImpulse kombiniert nach Angaben des Unternehmens nicht-explosiven Paraffintreibstoff mit flüssigem Sauerstoff und bietet damit eine sichere, kosteneffiziente und skalierbare Alternative zu herkömmlichen kerosinbasierten Systemen. Dank einer geringeren Systemkomplexität und weniger Komponenten ermöglicht die Technologie flexiblere Starts zu wettbewerbsfähigen Kosten.

HyImpulse betreibt mit der SR75 bereits eine kommerzielle suborbitale Plattform. Nach dem Erstflug von der Koonibba Test Range in Südaustralien im Jahr 2024 bereitet das Unternehmen derzeit den nächsten Start der suborbitalen Trägerrakete vom SaxaVord Spaceport in Schottland vor. Neben der SR75 arbeitet HyImpulse an einem Portfolio suborbitaler Flugsysteme für Hyperschall- und Langstreckenflugprofile mit Geschwindigkeiten von bis zu Mach 15 und Reichweiten von bis zu 10.000 Kilometern. Damit adressiert HyImpulse nach eigenen Angaben die wachsende Nachfrage von staatlichen Stellen, Forschungseinrichtungen und Kunden aus dem Verteidigungssektor nach Hyperschalltests, Bedrohungssimulationen und suborbitalen Flugdiensten.

In seinen suborbitalen und orbitalen Geschäftsbereichen verfügt das Unternehmen der Mitteilung zufolge über einen Auftragsbestand von mehr als 350 Millionen Euro.
lah