DEUTZ und FFG sind bereits seit neun Monaten in Verhandlungen

Waldemar Geiger

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Über neun Monate hinweg verhandelten der Kölner Motorenspezialist DEUTZ und der norddeutschen Panzerbauer FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) sowie vier Banken über die Übernahme der FFG durch DEUTZ, ohne dass ein Wort an die Öffentlichkeit durchgedrungen ist. Heute informierten die beiden Unternehmen in zwei separaten Medienbriefings über Details der Übernahme, deren Vollzug noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre bei der Hauptversammlung sowie der Freigabe durch die zuständigen Behörden steht.

Wie Norbert Erichsen, Sprecher des Gesellschafterkreises der FFG, im Medienbriefing erklärte, wurden die Verhandlungen zwischen DEUTZ und FFG vor neuen Monaten begonnen. Die FFG-Gesellschafter verfolgten dabei mehrere Ziele, die sie durch die Übernahme der FFG durch DEUTZ gewahrt sehen. Neben einer langfristigen Sicherung des Unternehmens sollte auch die weitere Möglichkeit der Einflussnahme durch die aktuellen Gesellschafter gewahrt bleiben.

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Dies wird dadurch erreicht, dass die bisherigen Eigentümerfamilien von FFG im Rahmen der Übernahme neben einer Auszahlung auch 29,9 Prozent der Anteile an der DEUTZ AG sowie zwei Aufsichtsratsplätze erhalten. Darüber hinaus sollte eine Möglichkeit der Mitarbeiterbeteiligung geschaffen werden, die nun Anteile an der DEUTZ AG bekommen und so am Erfolg des Unternehmens partizipieren können.

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Vereinbart wurde ein Übernahmepreis von 1,6 Milliarden Euro, die FFG Umwelttechnik GmbH & Co. KG ist jedoch nicht Bestandteil der Übernahme. Die Transaktion umfasst ausschließlich die wehrtechnische Sparte der FFG.

Schlussendlich wurde auch ein Käufer gesucht, der es der FFG ermöglicht, weiterhin selbständig am Markt agieren zu können. Hier versicherte Sebastian Schulte, CEO der DEUTZ AG, bereits in einem Medienbriefing am Vormittag, dass man in Köln zwar viele Synergiepotenziale im Bereich der Antriebe mit den FFG-Plattformen sehe, es jedoch keine Vorgaben seitens DEUTZ geben werde, in welcher Konfiguration die FFG-Fahrzeuge zukünftig angeboten werden. Man sei zwar überzeugt, exzellente Argumente für die Wahl von DEUTZ-Motoren liefern zu können, sehe aber trotzdem die Forderungen der Kunden im Vordergrund. Die FFG solle „kein primärer Vertriebskanal für DEUTZ-Motoren“ werden, so Schulte.

Der Manager sieht in der Übernahme von FFG Potenzial für ein deutliches Mehr als nur die Summe der beiden Unternehmen, die über komplementäre Fähigkeiten verfügen. Die FFG ist auf die Entwicklung, Produktion und Modernisierung von militärischen Fahrzeugen und gepanzerten Plattformen spezialisiert. DEUTZ hingegen bietet ein breites Portfolio an klassischen Motoren, Hybridantrieben und mobilen Stromversorgungslösungen.

Jörg Kamper, Co-Geschäftsführer der FFG, sieht insbesondere die 6- und 8-Zylindermotoren als potenzielle Baugruppen, die gut in FFG-Plattformen genutzt werden könnten. Zudem könnte das breite Standortnetz von DEUTZ, das Unternehmen betreibt 180 Standorte weltweit, Kampers Aussage nach, einen Vorteil für zukünftige Vertriebs- und Serviceaktivitäten bieten. Die FFG hingegen unterhält starke Kundenbeziehungen zu NATO-Nationen, wie Schulte im Vorfeld ausführte.

Schulte verwies darauf, dass eine für den 24. August angesetzte außerordentliche Hauptversammlung die für die Übernahme benötigte Kapitalerhöhung beschließen muss. Mit einer Finalisierung der Übernahme wird dann Ende 2026 bzw. Beginn 2027 gerechnet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.

Waldemar Geiger