Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg verkündete bereits Ende Juni den Vertragsschluss über die Lieferung von Joint Strike Missiles im Wert von umgerechnet rund 420 Millionen Euro an einen neuen Kunden. Gestern legte die kanadische Regierung offen, dass es sich dabei um Kanada handelt.
Somit wird die kanadische Luftwaffe zum sechsten Nutzer des luftgestützten Marschflugkörpers. Bis dato wurde die Joint Strike Missile durch Australien, Deutschland, Japan, Norwegen und die USA beschafft. Dem Vernehmen nach haben die kanadischen Streitkräfte das Waffensystem als Bewaffnungsoption für die F-35 beschafft. Kanada hat sich 2022 für den Kauf von 88 Kampfflugzeugen des Typs F-35A entschieden. Im Jahr 2025 verhängte Exportzölle sowie Annexionsdrohungen durch die USA haben jedoch dazu geführt, dass Kanada die Beschaffung alternativer Kampfflugzeuge prüft. Medienberichten zufolge hat Kanada jedoch bereits 30 der 88 bestellten F-35 bezahlt, daher besteht die Annahme, dass mindestens diese Flugzeuge auch abgenommen und in den Dienst der kanadischen Luftwaffe gestellt werden.
Bei der Joint Strike Missile handelt es sich um einen rund 400 kg schweren Luft-Boden-Lenkflugkörper des norwegischen Rüstungskonzerns Kongsberg Defence & Aerospace. Die JSM wurde auf Grundlage des bewährten schiffs- und landgestützten Seezielflugkörpers Naval Strike Missile (NSM) entwickelt.
Der Flugkörper ist so konzipiert, dass er auch in den internen Waffenschächten der F-35 mitgeführt werden kann. Der Hersteller gibt die Reichweite mit mehr als 350 km an, die Luftwaffe mit bis zu 560 km. Die Joint Strike Missile ist in der Lage, sowohl See- als auch Landziele zu bekämpfen.
Der mit Stealth-Eigenschaften versehene Flugkörper ist darauf ausgelegt, auch hochentwickelte Flug- und Raketenabwehrsysteme zu überwinden. Neben der Verbundwerkstoffkonstruktion des Rumpfes trägt auch die Abstützung auf Passivsensoren dazu bei, dass der Flugkörper von feindlichen Luftverteidigungssystemen nur schwer erkannt werden kann.
Waldemar Geiger
















