Vantor, ein Marktführer im Bereich Erdbeobachtung aus dem Weltraum, und der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um souveräne Fähigkeiten im Bereich der räumlichen Aufklärung für Deutschland und andere europäische Nationen voranzutreiben. Bei Vantor handelt es sich um die ehemalige Maxar Intelligence mit Hauptsitz in den USA. Das Unternehmen hatte sich Ende vergangenen Jahres umbenannt.
Geplant sei ein Joint Venture in Deutschland mit dem Ziel, eine einheitliche räumliche Informationsfähigkeit, auch als Spatial Intelligence, bereitzustellen, schreibt Rheinmetall in einer Mitteilung. Sie solle als zentrale Multi-Domain-Informationsplattform für Streitkräfte in ganz Europa dienen können. Um ein präzises, digitales 3D-Lagebild zu erzeugen, werden dabei laut Mitteilung Bilddaten von Satelliten und Drohnen mit Kartendaten kombiniert.
Die Partnerschaft dient auch dazu, Deutschlands Anforderungen in Bezug auf Souveränität zu bedienen sowie bestehende und neu entstehende europäische Programme im Bereich Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung (ISR) zu unterstützen, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht.
Die gemeinsame Fähigkeit werde Kommandeuren und Einsatzkräften in Echtzeit verwertbare Informationen liefern. So sollen taktische Einsatzabläufe unterstützt werden. Dazu gehören Zielerfassung, Missionsplanung, Schadensbeurteilung nach einem Kampfeinsatz, kontinuierliche Überwachung, operative Führung und Kontrolle.
Im Rahmen der Partnerschaft wollen Vantor und Rheinmetall die Plattform für räumliche Intelligenz von Vantor in die Führungs- und Leitsysteme von Rheinmetall integrieren. Dabei sollen die Bildsatellitenkonstellation, die 2D- und 3D-Raumdatenbasis sowie die Einsatzsoftware von Vantor mit der Führungs- und Leitarchitektur, der Verteidigungskompetenz und der europäischen industriellen Basis von Rheinmetall kombiniert werden.
Die kombinierte Plattform wird laut Mitteilung Daten aus zahlreichen Quellen verarbeiten und zusammenführen, um eine gemeinsame Datenplattform zu schaffen. Dazu gehören satellitengestützte Informationen von einer Vielzahl von Sensoren, wie zum Beispiel von Synthetic-Aperture-Radar-Satelliten (SAR), von elektrooptischen und Infrarotsensoren, einschließlich staatlicher und kommerzieller Bilddaten sowie luftgestützter Sensoren.
Dan Smoot, Chief Executive Officer von Vantor, wird mit der Aussage zitiert: „Gemeinsam mit Rheinmetall werden wir die gesamte Tensorglobe-Plattform von Vantor in eine europäisch kontrollierte Lösung integrieren, die räumliche Informationen in souveränen Umgebungen anfordern, zusammenführen, aufbereiten, analysieren und bereitstellen kann. Auf diese Weise können europäische Nationen die operative Kontrolle behalten und gleichzeitig den Soldaten im Einsatz Informationen direkt dann liefern, wenn es am wich-tigsten ist.“
Grundlage des gemeinsamen Angebots ist laut Mitteilung Tensorglobe, die räumliche Informationsplattform von Vantor. Tensorglobe integriert Hardware, Daten und Software, um den ge-samten Zyklus der räumlichen Intelligenz zu orchestrieren – von der Beauftragung und Fusion bis hin zur KI-gestützten Analyse und Bereitstellung.
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