Quantum Systems will das Multirole-Flugsystem Pulse P19 bereits 2027 in die Luft bringen

Waldemar Geiger

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Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems beabsichtigt, das heute auf der ILA in Berlin erstmals vorgestellte Multirole-Flugsystem Pulse P19 bereits 2027 in die Luft bringen, um Payloadvarianten und Flugsteuerung des optional bemannten/unbemannten Systems zu testen. hartpunkt sprach mit dem Chefentwickler Lars Peter zu den technischen Details und Besonderheiten des Flugzeuges sowie der aktuellen Entwicklungs-Roadmap.

Peter zufolge befindet sich das Vorhaben Pulse P19 derzeit im Status der Prototypenfertigung. Bereits nächstes Jahr will man mit der Flugerprobung starten und auch die Systemfähigkeitstests angehen, um die Flugsteuerung und die Nutzlastintegration zu testen. Wie der Chefentwickler weiter ausführt, sollen die Tests zuerst bemannt erfolgen, da dies in Deutschland einfacher durchführbar ist. Zudem würde man so den Vorteil erzielen, dass ein zugelassenes System früher verfügbar wäre.

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Generell ist die Pulse P19 jedoch von Grund auf als modulares Multirole-Flugsystem ausgelegt, welches optional bemannt oder unbemannt geflogen werden kann. Es ist daher weder ein klassisches Flugzeug noch eine Drohne. Im fertigen System wird der optionale unbemannte Betrieb mittels des einfachen Umlegens eines Schalters möglich werden. Gleichwohl schließt Quantum Systems nicht aus, die P19 auch in einer gänzlich unbemannten Variante anzubieten. Diese hätte den Vorteil, dass das Cockpit gänzlich wegfallen würde. Dadurch würde die P19 nicht nur deutlich günstiger, sie könnte auch mehr Nutzlast mitführen. Der modulare Aufbau des Flugzeuges macht es Peter zufolge vergleichsweise einfach einzelne Komponenten auszutauschen oder bei Bedarf gänzlich auf diese zu verzichten.

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Quantum Systems sieht die Vorteile der Pulse P19 vor allem in einem kostengünstigen Flugbetrieb bei gleichzeitig langer Stehzeit von 18 bis 20 h mit Zusatztanks. Damit eignet sich das Multirole-Flugsystem sowohl als ausdauernder Sensorträger für Überwachungs- oder Aufklärungsmissionen als auch für die Jagdrolle gegen Langstrecken-Einwegdrohnen. „Das in den unteren Rumpf fest integrierte Radar in Kombination mit der dahinterliegenden schwenkbaren 22-Zoll-Optronik und den sechs Waffenstationen an den Flügeln prädestiniert die Pulse P19 für jegliche Find-Fix-Finish-Einsätze“, erklärt Peter.

In einem beispielhaften Einsatz würde die unbemannte Pulse P19 hoch fliegend in der Luft patrouillieren und die Umgebung mit dem Radar nach anfliegenden Drohnen absuchen. Sobald das Radar einen oder mehrere Kontakte erfasst, würde die Optik auf die erkannten Ziele schwenken und diese identifizieren. Die Anbindung an die „MOSAIC UXS“-Software-Suite, ein von Quantum Systems entwickeltes Führungs- und Einsatzsystem für unbemannte Systeme, würde jegliche Aufklärungsergebnisse unmittelbar einem menschlichen Operator weitergeben, der dann über den Bekämpfungseinsatz entscheidet. Die Pulse P19 würde dann selbstständig in den Jagdmodus gehen und die anfliegenden Drohnen mit den mitgeführten Waffensystemen bekämpfen. Eine maximale Geschwindigkeit von rund 670 km/h soll auch die Jagd schneller Einwegdrohnen ermöglichen. Neben MG- und Raketenpods sollen wohl auch günstige Drohnenabwehrflugkörper zu einem Bewaffnungsmix für solche Missionen dazugehören.

Wie der Chefingenieur der Pulse P19 ausführt, kann das Luftfahrzeug mit unterschiedlichen Nutzlasten – Außentanks, Sensorpods, Munition und Waffensystemen – bestückt werden. Neben den sechs Aufnahmepunkten an den Flügeln – drei pro Flügel – können Peter zufolge auch die Wingtips mit Ausrüstung bestückt werden. Insgesamt kann so eine Außenlast von bis zu 1.400 kg mitgeführt werden. Die beiden inneren Waffenstationen am Flügel können jeweils bis zu 500 Pfund tragen, die äußere Waffenstation sowie die Flügelspitze jeweils 250 Pfund. Ein beachtliches Gewicht für ein Flugzeug mit einem Leergewicht von 1.800 kg (mit Cockpit). Die Gesamtnutzlastkapazität liegt den Angaben des Herstellers nach bei 2.400 kg, das maximale Startgewicht somit bei 4,2 t. Die Reichweite wird mit 1.000 Seemeilen bzw. 1.852 km angegeben.

Waldemar Geiger