Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall und die in München ansässige Industriegruppe AEQUITA haben gestern einen Kaufvertrag für die bisherige Rheinmetall-Division Power Systems unterzeichnet. Seit vergangenem Jahr habe der Konzern Gespräche mit potenziellen Interessenten für das zivile Geschäft geführt, die nun mit der vertraglichen Vereinbarung zum Firmenverkauf an AEQUITA erfolgreich abgeschlossen worden seien, teilt Rheinemetall mit.
Die Transaktion, für die ein Abschluss im vierten Quartal 2026 angestrebt werde, stehe unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Der vorläufige Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile beträgt den Angaben zufolge 350 Millionen Euro und unterliegt bis zum Closing marktüblichen Anpassungsmechanismen. Der tatsächliche finale Kaufpreis könne von diesem Wert daher abweichen.
Nach dem 2023/2024 bereits erfolgten Verkauf der Aktivitäten im Bereich der Groß- und der Kleinkolben vollzieht Rheinmetall damit nach eigenen Angaben den entscheidenden Schritt seines Ausstiegs aus dem Geschäft mit der Zulieferung für die Automobilhersteller. Bereits seit der Berichterstattung für das vierte Quartal 2025 sei die Division Power Systems, die 2025 einen Umsatz rund 2 Milliarden Euro erwirtschaftete, als „nicht fortgeführte Aktivität“ des Konzerns klassifiziert worden.
AEQUITA beabsichtige, alle rund 6.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Power Systems weltweit in den zu übernehmenden Unternehmen habe, weiter zu beschäftigen, schreibt Rheinmetall. AEQUITA werde die bisherige Rheinmetall-Division Power Systems als eigenständige Organisation führen, wobei alle Markenrechte im Unternehmen verbleiben. Der Marktauftritt werde weiterhin wie gewohnt mit den traditionsreichen Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice erfolgen. Armin Papperger, CEO der Rheinmetall AG, wird mit der Aussage zitiert: „Dies ist ein firmenhistorisch bedeutender Schritt. Wir konzentrieren uns auf das margenstarke Geschäft mit den militärischen Kunden, wo wir hervorragende Wachstumschancen haben.“
Vom Verkauf ausgenommen sind laut Mitteilung die drei deutschen Standorte der KS Huayu AluTech GmbH (Neckarsulm, Walldürn und Langenhagen), die als Joint Venture mittelfristig im Rheinmetall-Konzern – weiterhin als „nicht fortgeführte Aktivität“ – verbleiben wird. Die Beteiligung an der Dermalog SensorTec GmbH hingegen bleibe dauerhaft im Rheinmetall Konzern. Sie werde in die Division Weapon and Ammunition eingegliedert, ihre Mitarbeiter sollen auch zukünftig am Standort Neuss tätig sein.
Auch das spanische Werk Abadiano der Pierburg S.A. wird den Angaben zufolge mit der Belegschaft und seinen Sachwerten bei Rheinmetall verbleiben. Für eine Übergangszeit werde es als hybrider Standort zivile und militärische Produkte herstellen, bis die komplette Umstellung auf militärische Fertigung erfolgt sei.
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