Lettland: DND unterzeichnet Absichtserklärung für Produktion von Panzerabwehrminen  

Waldemar Geiger

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Das deutsche Rüstungsunternehmen Dynamit Nobel Defence (DND) und die lettische State Defence Corporation (SDC) – auf lettisch SIA „Valsts aizsardzības korporācija“ – haben heute eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) über die Errichtung einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland geschlossen. Unterzeichnet wurde das MoU von Ingrīda Ķirse, Vorstandsmitglied der State Defence Corporation, und DND-CEO Michael Humbek. An der Veranstaltung nahm auch der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds teil, wie das lettische Verteidigungsministerium schreibt.

Wie es auf der Seite des lettischen Verteidigungsministeriums heißt, ist das Vorhaben mit der Einführung des Minenwurfsystems Skorpion 2 verknüpft. Lettland hat Ende 2025 die Beschaffung der Systeme eingeleitet. Somit dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Produktion der Panzerabwehrmine AT2+ handeln.

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Wie es in einer heutigen Mitteilung von DND heißt, sei die Grundlage der nationalen Verteidigung Lettlands nicht nur die Unterstützung der Verbündeten, sondern auch die eigene Fähigkeit, die nationalen Streitkräfte mit äußerst wichtiger Ausrüstung zu versorgen, betonte Sprūds. „Die Errichtung einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland ist ein strategischer Schritt in Richtung militärischer Selbstversorgung. Diese Partnerschaft mit der deutschen Industrie bestätigt, dass Lettland ein zuverlässiger Partner ist, der in der Lage ist, modernste Technologien in die lokale Produktion zu integrieren und gleichzeitig sowohl die nationale Sicherheit als auch das Wirtschaftswachstum zu stärken”, so der Minister.

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Der Mitteilung zufolge soll mit der gemeinsamen Errichtung einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland, in erster Linie der Bedarf der nationalen Streitkräfte gedeckt werden. „Nach der Unterzeichnung dieses Dokuments werden wir gemeinsam mit unserem Partner detaillierte Vorbereitungsarbeiten zur Entwicklung eines Kooperationsmodells und zur Vereinbarung der Projektdurchführungsbedingungen aufnehmen, um einen möglichst raschen Produktionsstart zu gewährleisten“, betonte Ingrīda Ķirse.

Die Anlage soll den Angaben zufolge 2028 in Betrieb genommen werden. Die geplante Produktionskapazität soll neben der Belieferung der lettischen Streitkräfte auch Exporte ermöglichen.

Die Partnerschaft mit DND garantiere die Einführung moderner Technologien in die lettische Industrie, was eine Voraussetzung für die Umsetzung eines so ehrgeizigen Projekts sei, heißt es in der Mitteilung. Durch die Einbindung lokaler Unternehmen werde das Wachstum der lettischen Verteidigungsindustrie gefördert.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung baut den Angaben zufolge auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen dem lettischen Verteidigungssektor und DND auf. Im Oktober 2025 schlossen das Verteidigungsministerium, das Staatliche Zentrum für Verteidigungslogistik und Beschaffung und DND einen Vertrag über die Beschaffung von Fernminensystemen für die lettischen Streitkräfte.

Panzerabwehrwurfmine Next Generation AT2+

Bei der Panzerabwehrwurfmine Next Generation AT2+ (NG AT2+) handelt es sich nach Angaben von DND um eine Überarbeitung der bewährten Panzerabwehrwurfmine AT2, welche ebenfalls von DND hergestellt wurde. Die NG AT2+ ist eine programmierbare, streuungsfähige Panzerabwehrmunition mit digitalisierter Steuerung und einem Multisensorsystem, welches unter der gesamten Breite eines Kampfpanzers wirkt.

Die Gefechtskopfleistung wird seitens DND mit einer Penetrationsleistung von > 140 mm RHA angegeben. Zudem soll die robuste Mine gegen verschiedene Arten von Räumungssystemen gehärtet sein. Sechs an der AT2+ angebrachte Stützfüße sorgen dafür, dass sich die Mine nach dem Verschuss automatisch in die Einsatzposition bringt.

Den Aussagen des Herstellers zufolge kann die Wurfmine NG AT2+ auf unterschiedliche Art und Weise verlegt werden. Dazu zählt eine Verbringung mit dem neuen modularen Minenverlegesystem Skorpion 2, dem handgehaltenen Minenwurfgerät Bobcat, im Rahmen von Minenausstoßraketen – mit zwei bis fünf AT2+ pro Rakete – sowie mittels in Hubschraubern integrierten Minenwurfsystemen.

Waldemar Geiger