Der US-Technologiekonzern General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) entwickelt nach eigenen Angaben mit Gambit 6 eine neue Version eines unbemannten kollaborativen Kampfflugzeugs (CCA; Collaborative Combat Aircraft), das die Luft-Luft-Fähigkeiten der Gambit-Reihe um Luft-Boden-Operationen erweitert. Gambit 6 werde entwickelt, um den Anforderungen von Luftstreitkräften an Anpassungsfähigkeit, Skalierbarkeit und missionsspezifische Leistung gerecht zu werden.
Die Gambit-Mehrzweckplattform sei für Aufgaben wie elektronische Kriegsführung, Unterdrückung feindlicher Luftverteidigung (SEAD) und Deep Strike optimiert und biete damit vielseitige Optionen, schreibt GA-ASI in einer Mitteilung.
„Die modulare Architektur und der interne Waffenschacht von Gambit 6, der die Signatur reduziert, ermöglichen die einfache Integration fortschrittlicher Autonomie-, Sensor- und Waffensysteme und stellen sicher, dass sich das Flugzeug an eine Vielzahl von Einsatzszenarien anpassen kann“, wird David R. Alexander, Präsident von GA-ASI, in der Mitteilung zitiert.
Die Flugzeugzellen von Gambit 6 sollen laut Hersteller ab 2027 für internationale Kunden verfügbar sein, wobei die europäischen Versionen für den Einsatz 2029 lieferbar sein werden. GA-ASI baue europaweit Industriepartnerschaften auf, um souveräne Fähigkeiten für alle seine Plattformen bereitzustellen, schreibt das Unternehmen. Die Bundeswehr plant, bis 2029 eine sogenannte Jagdbomberdrohne zu beschaffen. Womöglich kommt auch Gambit 6 für dieses Projekt in Frage.
Die Gambit-Serie von GA-ASI sieht den Angaben zufolge mehrere CCA-Varianten vor, die schnell aus einem gemeinsamen Kern rekonfiguriert werden können und damit eine schnelle und kostengünstige Produktion in großem Maßstab ermöglichen.
Bei der Gambit-Serie handelt es sich laut Hersteller um eine modulare Familie unbemannter Flugzeuge, die für unterschiedliche Missionsanforderungen entwickelt wurde, darunter Informationsgewinnung, Überwachung und Aufklärung, Multi-Domain-Kampf, Fortgeschrittenentraining und Stealth-Aufklärung. Sie basiert auf einer gemeinsamen Kernplattform, die einen erheblichen Teil der Hardware des Flugzeugs ausmacht, darunter das Fahrwerk, die Basisavionik und das Chassis. Dies senke die Kosten, erhöhe die Interoperabilität und beschleunige die Entwicklung missionsspezifischer Varianten wie Gambit 6.
Ein Derivat von Gambit ist laut GA-ASI das CCA mit der Bezeichung YFQ-42A der US-Luftwaffe, das als KI-fähiger unbemannter Wingman designt wurde. Basierend auf dem ursprünglichen Gambit-2-Konzept wurde die YFQ-42A als Ergänzung zu bemannten Kampfflugzeugen wie der F-35 und den NGAD-Systemen (Next-Generation Air Dominance) entwickelt, um die Sensorik, die Waffenkapazität und die Überlebensfähigkeit in umkämpften Lufträumen zu verbessern.
Das ursprüngliche Konzept für Gambit wurde laut Hersteller vor drei Jahren vorgestellt und basierte auf vier Modellen: Gambit 1 ist eine wendige Sensorplattform, die für lange Ausdauer optimiert ist; Gambit 2 verfügt zusätzlich über Luft-Luft-Waffen; Gambit 3 ähnelt Gambit 2, ist jedoch für komplexe Luftkampfeinsätze optimiert; Gambit 4 ist ein auf Kampferkundung ausgerichtetes Modell ohne Heck und mit gepfeilten Tragflächen. Im Jahr 2024 kündigte GA-ASI dann Gambit 5 für CCA-Einsätze von Schiffen aus an.
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