Das Münchener Technologie-Start-up TYTAN Technologies kooperiert eigenen Angaben zufolge mit Dedrone, um „Europas autonome Luftverteidigungsarchitektur der nächsten Generation zu entwickeln – skalierbar, softwaredefiniert und vernetzt“. Wie die Dedrone-Mutter Axon in einer heutigen Mitteilung schreibt, sollen durch die Kombination von modernster KI, modularer und kosteneffizienter Hardware mit den umfassenden Systemintegrations- und Sensorfusionsfähigkeiten gemeinsame Projekt Standards im Bereich der autonomen Abfangtechnik definiert und ein entscheidender, erschwinglicher Schutz in allen Dimensionen geboten werden.
Bei Dedrone handelt es sich um ein ehemals in Kassel gegründetes Unternehmen mit dem Fokus auf Drohnenabwehr, das Mai 2024 von der US-Unternehmensgruppe Axon übernommen wurde, hartpunkt berichtete.
Auf Nachfrage von hartpunkt bestätigte der Unternehmenssprecher von TYTAN, dass die Kooperation der beiden Unternehmen auch im Zuge der des jüngst erfolgten Bundeswehr-Beauftragung Wirkung entfalten wird. Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat TYTAN Technologies Anfang des Monats mit der Entwicklung einer stationären sowie mobilen Drohnenabwehr-Lösung für Bundeswehr-Liegenschaften beauftragt, die sich anders als bisherige Drohnenabwehr-Lösungen der Bundeswehr auf die Nutzung kinetischer Ansätze funktioniert und sowohl im Friedensbetrieb Spionagedrohnen als auch im Kriegseinsatz Langstrecken-Abfangdrohnen erfolgreich bekämpfen können soll.
Wie es in der heutigen Mitteilung von Dedrone heißt, werden im Rahmen der Zusammenarbeit die KI-gestützte Sensorfusion und Technologie von Dedrone mit den kinetischen Abfangdrohnen von TYTAN kombiniert und so eine umfassende Fähigkeit zur Erkennung, Verfolgung, Identifizierung und Abwehr von Drohnen der NATO Klassen I (<25 kg) und II (<600 kg) geschaffen. Die End-to-End-Lösung soll zudem ein einheitliches Luftlagebild liefern, mit dem schneller gehandelt und intelligenter verteidigt werden kann.
Die Partnerschaft zwischen Dedrone und TYTAN zielt nach eigenem Bekunden darauf ab, die kritische Lücke zwischen kleinen Consumer-Drohnen und großen, flugkörperähnlichen Bedrohungen zu schließen, sodass feindliche UAVs zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher Systeme neutralisiert werden können. „Wie in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist, sind Innovation und Skalierbarkeit die wichtigsten Kennzahlen, an denen erfolgreiche cUAS-Initiativen gemessen werden. Qualität ist zwar nach wie vor unerlässlich, aber im Zeitalter der Drohnenkriegsführung hat Quantität ihre eigene Qualität“, heißt es in der heutigen Mitteilung.
Waldemar Geiger

















