Brennpunkt Indopazifik – U-Boote, Senkrechtstarter und Spionage

Alexander Luck

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Die dynamische Entwicklung im Indo-Pazifik hat auch für Deutschland und Europa große Auswirkungen in der globalisierten Welt. In der hartpunkt-Kolumne „Brennpunkt Indopazifik“ werden regelmäßig die wichtigsten Ereignisse am anderen Ende der Welt beleuchtet.

USA – China

Am 13. August führte der US-amerikanische Lenkwaffenzerstörer USS Higgins (DDG-76) eine sogenannte „Freedom of navigation operation“ (FONOP) in den Gewässern um Scarborough Shoal im Südchinesischen Meer durch. Die Durchfahrt erfolgte als direkte Reaktion der US-Marine auf den Zwischenfall wenige Tage zuvor, als chinesische Einheiten der Marine und Küstenwache bei der Verfolgung eines philippinischen Wachbootes in der Region kollidierten, hartpunkt berichtete. Chinesische Stellungnahmen behaupteten, den Zerstörer vertrieben zu haben, eine Darstellung, die von der U.S. Navy umgehend verneint wurde.

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Die US-Marine führt regelmäßig derartige FONOPs durch, um international nicht anerkannte Territorialansprüche Chinas, aber auch anderer Anrainer in weiten Bereichen des Südchinesischen Meeres anzufechten. China beansprucht für sich eine Reihe von Riffen und Atollen in der Region, was zu Territorialkonflikten mit anderen Anrainern, darunter die Philippinen und Vietnam, führt. Scarborough Shoal, chinesisch als Huangyan Dao, und philippinisch als Bajo de Masinloc bezeichnet, ist regelmäßig Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern. Ein internationales Tribunal hatte zuletzt 2013 den philippinischen Anspruch bestätigt. Das Urteil wird von China nicht anerkannt.

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Pakistan – China

Am 14. August hat die Wuchang Werft in Wuhan das dritte U-Boot der Hangor-Klasse für Pakistan zu Wasser gelassen. Pakistan hatte im Jahr 2015 insgesamt acht U-Boote in China bestellt. Vier der Boote werden direkt vom Entwickler Wuchang Shipbuilding geliefert. Weitere vier sind in Pakistan bei Karachi Shipyards & Engineering Works unter Verwendung von Materialpaketen aus China im Bau. Die Hangor-Klasse entspricht dem S26-Entwurf, der wiederum die Exportversion der chinesischen Klasse 039B, von den USA als Yuan-Typ bezeichnet, darstellt.

Es handelt sich um relative groß dimensionierte (2.800 Tonnen), konventionell angetriebene Boote, die mit einem Stirling-Motor für außenluft-unabhängigen Antrieb ausgerüstet sind. Der Typ 039B ist effektiv ein Hybrid, der chinesischen Technologie des Typs 039, im Westen als Song-Klasse bekannt, mit denen der russischen Kilo-Klasse (Projekt 877/636) kombiniert. Zuvor hatte Wuchang das Typ-Boot der Hangor-Klasse im April 2024 zu Wasser gelassen. Der Stapellauf des zweiten Bootes folge im Maerz 2025.

China

Die chinesischen Streitkräfte bereiten sich derzeit intensiv auf eine Militärparade am 3. September vor. Der Anlass ist das achtzigjährige Jubiläum der Kapitulation Japans und das Ende des Zweiten Weltkrieges im Pazifik. Militärparaden sind in China, ähnlich wie vormals in der Sowjetunion, ein etablierter Anlass, um neue Waffensysteme vor allem westlichen Beobachtern vor Augen zu führen. Auch dieses Jahr konnten Enthusiasten bereits eine Vielzahl neuer Entwicklungen ablichten. Dazu gehören zahlreiche Drohnen, einschließlich Kampfdrohnen, sowie eine ganze Reihe neuer Seezielflugkörper.

Im Vorfeld dieser Paraden präsentieren auch chinesische Rüstungskonzerne neue Entwicklungen. Dieses Jahr gehört dazu ein neuer Kipprotor-Flieger des Luftfahrtkonzerns Harbin Aircraft Industry Group (HAIG). Zwei Bilder des Wandelflugzeuges, analog zu westlichen Systemen wie Osprey oder AW609, zirkulierten seit dem 18. August in sozialen Medien. Mindestens zwei Prototypen sind in der Erprobung. Einer davon wurde im Flug fotografiert, was auf ein entsprechend vorangeschrittenes Entwicklungsprogramm schließen lässt. Der neue Entwurf entspricht in der Kapazität einem Hubschrauber der 10 Tonnen-Klasse. Genauere Spezifikationen sind bisher unbekannt.

Malaysia – ASEAN

Im malaysischen Penang haben sich seit dem 15. August acht der zehn Mitglieder der ASEAN-Gruppe für die Marine-Übung AMNEX 2025 zusammengefunden. Gastgeber Malaysia stellt die größte Abordnung mit drei Kriegsschiffen, während Myanmar, Thailand, Singapur, Indonesien, Brunei, Vietnam und die Philippinen jeweils mit einem Kriegsschiff teilnehmen. Lediglich Kambodscha und Laos stellen keine Marineeinheiten. Kambodscha verfügt lediglich über leichte Küstensicherung-Kräfte, während Laos als Binnenstaat nur auf dem Mekong präsent ist. AMNEX 2025 endet am 22. August.

Neuseeland

Am 18. August kam es in Neuseeland zur ersten Verurteilung wegen Spionage in der Geschichte des Landes. Ein Angehöriger der neuseeländischen Streitkräfte (NZDF) gestand, einer nicht benannten fremden Macht Daten und Bilder zu militärischen Stützpunkten in Neuseeland angeboten zu haben. Der für schuldig befundene Soldat gilt als Anhänger rechtsextremer Kreise und stand seit dem Terroranschlag in Christchurch 2019 unter Beobachtung des nationalen Nachrichtendienstes. Nachdem der Verdächtige mit einer dritten Partei Kontakt aufgenommen hatte, schalteten sich verdeckte Ermittler ein und gaben vor, als Vertreter des nicht genannten Staates zu handeln. Im Zuge der Ermittlungen bot der Angeklagte an, Abhörtechnik im Oberkommando der NZDF zu installieren und bot den Ermittlern Zugangscodes und Personalinformationen der Streitkräfte an.

Der Angeklagte bezeichnete sich in der Anhörung als „stolzen Neuseeländer“ und gab zu, Angehöriger der Extremisten-Gruppierungen „Action Zeelandia“ und „Dominion Movement“ zu sein. Die gerichtliche Entscheidung über die Strafhöhe wird in den nächsten Tagen erwartet.

Alexander Luck