Pentagon verkündet die „Entfesselung der Drohnendominanz“ der US-Streitkräfte

Kristóf Nagy

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In einem Memorandum an die Leitung des Pentagon, weitere Streitkräfteführung und Behördenleiter hat der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Pete Hegseth, die Entfesselung der Drohnendominanz (Unleashing U.S. Military Drone Dominance) seitens der US-Streitkräfte verkündet. Das auf den 10. Juli 2025 datierte Dokument bezieht sich auf die am 6. Juli 2025 veröffentlichte Executive Order 14307 von Präsident Trump mit dem gleichen Titel. Mit dem Erlass und dem darauffolgenden Memorandum sollen die Grundlagen für die streitkräfteweite Produktion, Beschaffung und den Betrieb unbemannter Luftfahrzeugsysteme (UAS) auf ein neues Niveau gehoben werden.

In einem ersten Schritt soll die bereits bestehende und potenziell wachsende einheimische Produktion von Drohnen und relevanten Komponenten in den USA gestärkt werden. Konkret soll eine Positivliste (Blue List) alle Produkte erfassen, die für die Beschaffung durch die Streitkräfte freigegeben sind. Die US-Regierung erhofft sich davon unter anderem einen Investitionsschub seitens privater Kapitalgeber für die US-Drohnenindustrie. Die Positivliste soll künftig nicht nur komplette Luftfahrzeuge, sondern auch einzelne Komponenten umfassen. Dadurch könnten Einheiten die Möglichkeit erhalten, ihre Bestandssysteme mit neuen, leistungsfähigeren Upgrades auszustatten oder die relevanten Bauteile für die kosteneffiziente Produktion eigener UAS zu beschaffen. Dass letzterer Aspekt bereits jetzt ein schneller realisierbarer Weg ist, zeigt das Projekt „Shiv”, bei dem die U.S. Army Drohnen im 3D-Druck-Verfahren selbst entwickelt, fertigt und erprobt. Zudem soll die von der Defense Innovation Unit (DIU) verwaltete Positivliste eine Art Feedback-Möglichkeit bieten, sodass alle potenziellen Nutzer bereits im Vorfeld von den gewonnenen Erfahrungen profitieren können.

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Der zweite Pfeiler des Memorandums behandelt die technischen Aspekte des Betriebs von UAS auf der Blue List. Diese sollen anfangs in einer Art „eigener Blase” ohne direkte Anbindung an die Cyber- und IT-systeme der US-Streitkräfte betrieben werden. Dadurch ist es möglich, eine Vielzahl kommerziell verfügbarer und kostengünstiger Systeme zu beschaffen und zu erproben, ohne die eigene Cybersicherheit zu kompromittieren. Neben Kleinstdrohnen, die laut dem US-Verteidigungsministerium zukünftig in jede Teileinheit der Streitkräfte integriert werden sollen, beschreibt das Dokument auch die Einbeziehung von Loitering Munition und Strike-Drohnen in das Vorhaben. Allen drei Systemkategorien ist gemeinsam, dass für eine effiziente Nutzung und logistische Versorgung nach einer sorgfältigen Überprüfung die Integration in die Führungs- und Informationssysteme der Streitkräfte unerlässlich ist.

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Abschließend befasst sich das Memorandum mit der Nutzungs- und Ausbildungskultur von unbemannten Systemen innerhalb der US-Streitkräfte. Auch wenn Vorhaben wie das bereits erwähnte Project Shiv einen gewissen Aufbruch zeigen, so stellt laut dem Papier die massive Risikoaversion von Führungskräften in Bezug auf UAS nach wie vor das größte Risiko für die Streitkräfte dar. Das Dokument stellt klar, dass zwar die im Indopazifik stationierten oder für diesen Raum vorgesehenen Kräfte priorisiert werden sollen, jedoch auch eine zügige Vollausstattung aller weiteren Einheiten innerhalb kürzester Zeit angestrebt wird. Diese sollen anfangs nicht nur an den UAS ausgebildet werden, sondern diese auch in Zweiparteienübungen in Bezug auf die Einsatzdoktrin erproben beziehungsweise die Abwehr durch eine ausgiebige Feinddarstellung erlernen.

Das durch das präsidiale Dekret und das Memorandum des Verteidigungsministers skizzierte Vorhaben ist ein ambitioniertes Projekt mit zahlreichen Einzelkomponenten und Herausforderungen. Dabei ist davon auszugehen, dass die Industrie im Falle einer tatsächlich deutlich ansteigenden Nachfrage zügig auf die Forderungen der Streitkräfte reagieren wird. Inwieweit das geforderte Umdenken und der Kulturwandel innerhalb der Streitkräfte den Forderungen des obersten Dienstherrn folgen und mit welchem Tempo dies geschieht, bleibt abzuwarten.

Kristóf Nagy