Video: Airbus-Abfangdrohne Bird of Prey bekämpft Angriffsdrohne mit günstiger Luft-Luft-Rakete

Lars Hoffmann

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Die Airbus-Abfangdrohne „Bird of Prey“ hat nach Angaben von Airbus in einem realistischen Einsatzszenario eigenständig eine mittelgroße Einweg-Angriffsdrohne gesucht, erfasst und klassifiziert. Nach erfolgreicher Identifizierung habe die „Bird of Prey“-Abfangdrohne das Ziel mit einer Mark-I-Luft-Luft-Rakete von Frankenburg Technologies angegriffen, teilte das Unternehmen mit.

Der Demonstrationsflug, der auf einem militärischen Übungsgelände in Norddeutschland absolviert wurde, fand nur neun Monate nach Projektstart statt, wie das Unternehmen schreibt. Der im Flug eingesetzte Bird-of-Prey-Prototyp basiert demnach auf einer modifizierten Airbus Do-DT25-Drohne und verfügt über eine Spannweite von 2,5 Metern, eine Länge von 3,1 Metern und ein maximales Startgewicht von 160 kg. Während der Prototyp mit vier Mark-I-Luft-Luft-Raketen ausgerüstet war, werde die Einsatzversion bis zu acht davon tragen können.

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Airbus hatte im März vergangenen Jahres bei einer DWT-Veranstaltung in Bonn sein Abfangdrohnenkonzept LOAD erstmals vorgestellt, hartpunkt berichtete. LOAD, so hieß es seinerzeit, steht für „Low-cost Air Defence“ und basiere auf modifizierten Zieldarstellungsdrohnen des Typs Do-DT 25 von Airbus, die in der vorgestellten Konfiguration mit jeweils bis zu drei Lenkflugkörpern ausgestattet werden sollte. Je nach Größe und Gewicht des Lenkflugkörpers, sei auch eine höhere Anzahl denkbar, hieß es damals.

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Den Angaben von Frankenburg zufolge, haben die selbst entwickelten „Fire-and-Forget“-Raketen für den hohen Unterschallbereich eine Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern, sind 65 Zentimeter lang und wiegen jeweils weniger als 2 kg, was sie zu den leichtesten bisher entwickelten gelenkten Abfangraketen mache. Sie sind laut Hersteller mit einem Splittergefechtskopf ausgestattet, der darauf ausgelegt ist, Ziele in unmittelbarer Nähe zu neutralisieren. Dadurch könne der wiederverwendbare Bird of Prey pro Einsatz mehrere Einweg-Kampfdrohnen angreifen und neutralisieren, und das bei vergleichsweise geringen Kosten pro Abschuss.

Bird of Prey sei darauf ausgelegt, nahtlos in die integrierte Luftverteidigungsarchitektur der NATO einzubinden – über etablierte Führungs- und Leitsysteme, die auf dem Integrated Battle Management System (IBMS) von Airbus basieren. Folglich könne die UAS-Abwehrlösung (Uncrewed Aerial System) Bird of Prey ein wesentlicher, hochmobiler und ergänzender Baustein jeder integrierten und mehrschichtigen Luft- und Raketenabwehrlösung sein.

Airbus und Frankenburg planen laut Mitteilung, im Laufe des Jahres 2026 weitere Flüge mit einem scharfen Sprengkopf durchzuführen, um das System weiter zu operationalisieren und interessierten potenziellen Kunden seine volle Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.

„Vor dem aktuellen geopolitischen und militärischen Hintergrund ist die Abwehr von Kamikaze-Drohnen eine taktische Priorität, die dringend angegangen werden muss“, so Michael Schoellhorn, CEO von Airbus Defence and Space. „Mit unserem Bird of Prey und den kostengünstigen Mark-I-Raketen von Frankenburg bieten wir den Streitkräften einen effektiven, kosteneffizienten Interceptor und schließen damit eine entscheidende Fähigkeitslücke in den heutigen asymmetrischen Konfliktgebieten. Die Integration des Bird of Prey in die Luftverteidigungs-Gefechtsführungssuite IBMS von Airbus wirkt als Kräftemultiplikator.“

Kusti Salm, CEO von Frankenburg Technologies, wird mit der Aussage zitiert: „Zusammen mit Airbus markiert dies die erste Integration einer neuen Klasse kostengünstiger, serienfertiger Abfangraketen in eine Drohne, wodurch eine neue Kostenkurve für die Luftverteidigung entsteht und die Abwehr massiver Luftbedrohungen in einem grundlegend anderen Maßstab ermöglicht wird.“

Lars Hoffmann