Die U.S. Army hat die als Lattice bezeichnete Software des US-Rüstungsunternehmens Anduril für das Programm Integrated Battle Command System Maneuver (IBCS-M) ausgewählt. Dies gab Anduril bereits am 10. November in einer Pressemitteilung bekannt. Lattice soll im Rahmen von IBCS-M eine Software-Plattform für die Drohnenabwehr des US-Heeres werden.
Unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) mit zunehmend autonomen Navigations- und Aufklärungs- und Angriffsfähigkeiten stellen bereits heute eine große Herausforderung für moderne Streitkräfte dar. Dies gilt insbesondere für die Verarbeitung und Koordination von unterschiedlichen Sensoren und Effektoren in einem Verbund bei einer sich dynamisch entwickelnden Lage. Anduril zufolge sind bestehende Führungssysteme (C2) meist monolithisch ausgelegt, nur schwer erweiterbar und nicht darauf ausgelegt, neue Sensoren oder Wirkmechanismen schnell zu integrieren.
Vor diesem Hintergrund habe die US-Armee Anduril Industries für ihr Integrated Battle Command System – Maneuver Program ausgewählt. Das Herzstück dieser nächsten Generation von Feuerleitsystemen ist die bereits von Anduril seit einiger Zeit angebotene Datenverarbeitungssoftware Lattice, welche speziell zur Bekämpfung von Drohnen optimiert ist.
Lattice ist Anduril zufolge eine offene, softwarezentrierte Feuerleitlösung, die mehrere Kernfähigkeiten bereitstellen und so die Kill-Chain optimieren soll. So sammelt Lattice von unterschiedlichen, verteilten Sensoren, wie etwa Radar oder Optronik Daten und fusioniert diese zu einem Lagebild. Dabei filtert Lattice nach Angaben von Anduril durch den Einsatz künstlicher Intelligenz relevante Informationen heraus, priorisiert Bedrohungen und unterstützt bei der Entscheidungsfindung. Weiterhin agiert Lattice als hochautomatisierte Feuerleitlösung, wodurch die Belastung der Bediener, insbesondere bei zahlreichen, gleichzeitig auftauchenden Zielen, drastisch reduziert werden soll. Hierdurch ist Anduril zufolge auch die effektive Abwehr von Drohnenschwärmen möglich.
Da Lattice in der Lage sei, vorher nicht integrierte Sensoren innerhalb kürzester Zeit in den Verbund aufzunehmen, hat das System dem Hersteller zufolge jüngst während einer siebentägigen Erprobung auf den Yuma Proving Grounds zusammen mit der U.S. Army demonstriert. Dabei seien nicht nur vor unbemannte Sensoren integriert, sondern im Anschluss auch die damit möglichen Bekämpfungssequenzen innerhalb kürzester Zeit optimiert worden.
Zukünftig will das US-Heer das IBCS-M Programm vom stationären Einsatz auch auf mobile Systeme bringen. Zudem soll auch die untere taktische Ebene davon profitieren. So ist die Nutzung auf Zugebene und sogar darunter vorgesehen. Anduril sieht sich eigenen Angaben zufolge mit Lattice für diese Herausforderung ebenso gerüstet, wie für die Integration zukünftiger Sensor- und Effektor-Generationen.
Kristóf Nagy


















