Pistorius kündigt neue Standorte für das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw an

Lars Hoffmann

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Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw soll vor dem Hintergrund einer wachsenden Bundeswehr besser auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet werden und weitere Standorte in der Fläche erhalten.

Wie Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch am 23. Februar in Koblenz ausführte, wird ein Konzept zur Reform des Amtes bis Mai von Staatssekretär Jens Plötner erarbeitet. Pistorius betonte, dass der Standort Koblenz der Hauptsitz bleiben wird und es keine Agenturlösung geben werde. Außer dem Hinweis auf die wachsende Rolle des Innovationszentrums in Erding für die Beschaffung wollte sich der Minister zu weiteren Details der neuen BAAINBw-Standorte nicht äußern. Es sei geplant, dorthin zu gehen, wo kluge und kreative Köpfe sowie neue Talente zur Verfügung stünden, also in die Nähe von Hochschulen. Überdies ist offenbar in Berlin eine Abteilung für die Abwicklung von sogenannten Government-to-Government-Geschäften vorgesehen.   

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Pistorius betonte, dass es keine Verlagerung der Beschaffung in die Teilstreitkräfte geben wird. „Die Frauen und Männer des BAAINBw leisten tolle Arbeit“, sagte er. Jahr für Jahr seien in der Vergangenheit Rekordzahlen beim Abschluss von Großprojekten erreicht worden: Beispielweise habe man in 2025 103 der sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen erarbeitet. Insgesamt seien sogar mehr als 11.500 Beschaffungsverträge mit einem Gesamtwert von fast 34 Milliarden Euro geschlossen worden.

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Laut BMVg wurde 2025 aus 149 Projekten Material im Wert von rund 24 Milliarden Euro an die Truppe übergeben – teilweise finanziert aus dem Sondervermögen.

Zu den Kernaufgaben des Beschaffungsamtes gehört auch die Begleitung der Nutzung. In die Nutzung bereits beschafften Geräts wurden in 2025 fast sieben Milliarden Euro investiert.

Da die Bundeswehr in Zukunft über mehr Soldatinnen und Soldaten sowie mehr Ausrüstung und Material verfügen soll, wird in diesen Bereichen auch die Zahl der Beschaffungen steigen. Damit steigt dann wiederum auch der Bedarf an Betreuung in der Nutzungsphase.

Im November auf der Bundeswehrtagung hatte Pistorius vor dem Hintergrund des Bundeswehr-Aufwuchses Anpassungen beim Beschaffungsamt und seinen Prozessen angewiesen. Staatssekretär Plötner erhielt den Auftrag, bis Mai ein entsprechendes Konzept vorzulegen, wie Pistorius ausführte. Das Konzept solle dabei eng mit der Präsidentin des BAAINBw, Annette Lehnigk-Emden, abgestimmt werden, so der Minister. Die Reform des Beschaffungsamtes soll durch ein dreiköpfiges Expertenteam aus externen Beraterinnen und Beratern begleitet werden. Dabei soll es sich laut einem Bericht des „The Pioneer“ vom 18. Februar um Christine van den Berg, Bereichsleiterin Logistik bei Rittal, Michael Eßig, Professor für Beschaffung und Supply Management an der Universität der Bundeswehr in München, sowie Detlef Kayser, ehemaliger Vorstand der Lufthansa, handeln.

Lars Hoffmann