NUMO Robotics entwickelt Minenräumvorsatzmodul für unbemannte Bodensysteme 

Kristóf Nagy

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Das ukrainische Unternehmen NUMO Robotics hat ein modulares Minenräumsystem für unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV) entwickelt. Die als nachrüstbares Vorsatzmodul konzipierte Vorrichtung wird vor dem eigentlichen UGV geführt und ist darauf ausgelegt, die absichtliche Detonation von Schützenabwehrminen und Sprengfallen auszulösen, bevor die Trägerplattform selbst in den Gefahrenbereich eintritt.

Das Räumen von Landminen und Sprengfallen ist laut zahlreichen Beobachtern sowie dem Hersteller eine der zentralen Herausforderungen moderner Pioniereinsätze. Insbesondere im Kontext des andauernden russisch-ukrainischen Konflikts stellen großflächige Minenfelder und verstreute Sprengfallen ein erhebliches Risiko für die taktische und operative Beweglichkeit sowie die Logistik der Konfliktparteien dar. Laut aktuellen, öffentlich zugänglichen Analysen wurden große Teile des ukrainischen Gefechtsfeldes mit Personen- und Panzerabwehrminen dauerhaft gesperrt. Dadurch entsteht laut NUMO Robotics nicht nur eine signifikante Einschränkung der Operationsfähigkeit, sondern auch eine überproportionale Gefährdung von Menschenleben.

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Minenräum-Vorsatzmodule für Fahrzeuge wurden bereits in den 1930er Jahren entwickelt und erstmals im Zweiten Weltkrieg erfolgreich eingesetzt. Auch nach dem Krieg wurde die Entwicklung solcher Systeme fortgesetzt. Nach der Jahrtausendwende wurden sie zusammen mit Störsendern im Irak und in Afghanistan erfolgreich gegen Sprengfallen eingesetzt. NUMO Robotics hat eigenen Angaben zufolge dieses Konzept für unbemannte Bodenfahrzeuge adaptiert.

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Dabei wurden die mit Rollen versehenen Vorsatzmodule vornehmlich hinsichtlich einfacher Wart- und Instandsetzbarkeit optimiert. Laut NUMO Robotics soll durch die modulare Auslegung auch die Überlebensfähigkeit des Systems steigen, da im Falle einer Detonation nur das direkt geschädigte Modul ausgetauscht werden muss. Zudem können die Trägerfahrzeuge laut Herstellerangaben ihre Fahrt zumeist auch nach dem Auslösen mehrerer Minen noch erfolgreich fortsetzen. Dies hätten die operativen Erprobungen durch die 63. Mechanisierte Brigade der ukrainischen Streitkräfte gezeigt, so NUMO Robotics. Dort wurden die Vorsatzmodule nicht primär zum gezielten Räumen von Minenfeldern, sondern zur Steigerung der Überlebensfähigkeit von Logistik-UGV eingesetzt.

Laut dem Hersteller lassen sich die Vorteile des Systems auf drei Ebenen beschreiben. Vorrangig ist die Reduzierung der Gefährdung von Personen zu nennen, was bereits eine der Kernaufgaben militärischer Robotiklösungen darstellt. Durch die Verlagerung des Minen- und Sprengfallenräumens auf ein unbemanntes System wird das Risiko für menschliche Bediener signifikant verringert.

Ein zweiter Vorteil ist die Erhaltung der individuellen Mobilität von UGV. So könnten Plattformen zukünftig selbst in stark verminten Frontabschnitten ihre Operations- und Versorgungsrouten aufrechterhalten, ohne dass es zu maßgeblichen Verzögerungen durch Abstützung auf traditionelle Minenräumverfahren kommt. Dies ist insbesondere bei der vermehrt auftretenden Minengefahr durch in der Tiefe mittels Drohnen gezielt auf Versorgungsrouten verlegte Minen von Bedeutung.

Schlussendlich führt NUMO Robotics die erhöhte Systemflexibilität als Vorteil an. Die modulare Bauweise ermögliche eine einfache Integration in unterschiedliche UGV-Plattformen sowie die Kombination mit Sensor- oder Manipulator-Modulen zur Steigerung von Situationsbewusstsein und der Räumfähigkeit von komplexeren Sprengfallen.

Kristóf Nagy