Das italienische Verteidigungsministerium will zwei Zerstörer einer neuen Generation mit der Bezeichnung „New Generation Destroyer DDG“ im geschätzten Wert von 2,7 Milliarden Euro ohne Mehrwertsteuer beschaffen. Wie aus einer gestern auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlichten Vorinformation hervorgeht, soll das Vorhaben von der europäischen Verteidigungsagentur OCCAR abgewickelt werden. Es umfasst den Angaben zufolge auch die mehrjährige technische und logistische Unterstützung. Der nächste Verfahrensschritt soll am 18. Februar 2026 mit der Veröffentlichung weiterer Informationen erfolgen.
Wie aus der Vorabinformation hervorgeht, sollen die neuen Zerstörer eine Weiterentwicklung des Fregattentyps FREMM Evolution (FREMM EVO) darstellen. Die Hintergrundinformationen für diesen Fregattentyp liegen den Angaben zufolge ausschließlich beim Hauptauftragnehmer Orizzonte Sistemi Navali Spa, der für die gesamte Integration des Kriegsschiffes verantwortlich ist und entweder direkt oder über seine Muttergesellschaften die exklusiven industriellen und geistigen Eigentumsrechte an FREMM EVO und seinen technologischen Weiterentwicklungen besitzt. Orizzonte Sistemi Navali befindet sich zu 51 Prozent im Besitz von Fincantieri und zu 49 Prozent im Besitz von Leonardo.
Da neben Besitz der geistigen Eigentumsrechte das Joint Venture laut Mitteilung allein in der Lage ist, die Voraussetzungen für die Entwicklung, den Bau, die Lebenszyklus-Betreuung und die Versorungssicherheit für die italienische Marine zu gewährleisten, soll der Auftrag an Orizzonte Sistemi Navali Spa im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens ohne vorherige Veröffentlichung einer Auftragsbekanntmachung vergeben werden.
Technische Details zur neuen Zerstörerklase werden nicht gemacht. Die FREMM EVO, auf dem die New DDG basieren werden, weisen den Angaben von Fincantieri zufolge bei einer Länge von 144 Metern und Breite von 19,70 Metern eine Verdrängung von 6.500 Tonnen auf. Die Schiffe mit einer Besatzung von 145 und einer Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten sollen einen modernen Mix von Sensoren und Effektoren erhalten.
Lars Hoffmann















