MQ-9 Reaper – die Rolle von Kampfdrohnen bei der Operation Epic Fury

Sam Cranny-Evans

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Mindestens 12 US-amerikanische MQ-9-Reaper-Drohnen sind im Rahmen der Operation Epic Fury verloren gegangen. Dies hat zu einer Reihe von Artikeln und Beiträgen geführt, in denen diese Verluste als erheblich dargestellt werden und der Nutzen der Systeme kritisiert wird. Doch gerade diese Verluste verdeutlichen die wahre Rolle von Aufklärungs- und Kampfdrohnen in der modernen Kriegsführung.

Die USA haben während der Operation Epic Fury 12 MQ-9-Reaper-Drohnen verloren, sehr zur Freude der Iran-Unterstützer. ABC News berichtete am 17. März unter Berufung auf ungenannte US-Beamte über diese Zahl und fügte hinzu, dass einige davon am Boden zerstört worden seien.

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In gewisser Weise spiegeln die Verluste die umfassende Rolle wider, die die MQ-9 über dem Iran ausfüllen. Während bemannte Flugzeuge Tausende von Einsätzen fliegen, sorgen sie für ausdauernde Aufkläung-, Überwachung und Zielerfassung, indem sie länger in der Luft bleiben und über Räumen von hohem Interesse kreisen.

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Diese Ausdauer ist wahrscheinlich das Wichtigste, was Drohnen wie die MQ-9 bieten. Die iranischen Raketenteams – einschließlich ihrer Luftverteidigung – sind auf Mobilität ausgerichtet. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sie sich über einen längeren Zeitraum als mögliches Ziel exponieren. Daher ist es entscheidend, sie unverzüglich zu identifizieren, sobald sie sich bewegen, und entweder von einer anderen Plattform aus zuzuschlagen oder sie mit der Drohne selbst anzugreifen.

Bemannte Plattformen wie Kampfflugzeuge haben eine begrenzte Flugzeit, bevor sie sich wieder auf den Rückweg begeben müssen. Diese kann durch Luft-Luft-Betankung verlängert werden, doch ein großes Flugzeug wie eine KC-135 wäre ein verlockendes Ziel für den Iran.

Die MQ-9 bieten je nach Nutzlast eine Einsatzdauer von bis zu 30 Stunden – ausreichend Zeit, um in den Iran zu fliegen und die Lage am Boden zu überwachen. Ihre Ausdauer ist ein Schlüssel zum bisherigen militärischen Erfolg der Angriffe.

Waren die Angriffe gegen den Iran erfolgreich?

Was die Bekämpfung von Abschussrampen für ballistische Raketen angeht, lautet die Antwort ja. Ohne auf die strategischen Gründe für die Operation „Epic Fury“ einzugehen, ist klar, dass die Angriffe taktisch gesehen funktionieren. Während des Golfkriegs 1991 setzten die amerikanischen Streitkräfte immense Ressourcen für die Jagd auf die Scud-Raketenabschussrampen des Irak ein. Sie hatten jedoch Schwierigkeiten, diese innerhalb eines relevanten Zeitrahmens zu finden und zu treffen. Die Invasion von 2003 war erfolgreicher, unter anderem weil wichtige Infrastruktur frühzeitig erobert wurde. Die Ukraine hatte ähnliche Schwierigkeiten, russische Iskander-Abschussrampen zu finden und zu treffen, und konnte nur eine Handvoll erfolgreicher Angriffe verzeichnen. Auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten große Mühe, die Raketenabschussrampen und Raketenlager der Houthis im Jemen aufzuspüren und zu zerstören.

Israel behauptet derzeit, dass rund 70 Prozent der iranischen Raketenabschussrampen zerstört wurden, was darauf hindeutet, dass die aktuellen Angriffe im Vergleich zu vorherigen Einsätzen sehr erfolgreich sind. Von den USA veröffentlichte Aufnahmen scheinen die Sicht aus den Zielsystemen der MQ-9 zu zeigen. Ein Teil davon wurde in Farbe veröffentlicht, aber die Infrarotaufnahmen scheinen den Blitz eines Lasers zu zeigen, der die Abschussrampen markiert, bevor sie getroffen werden. Das Wall Street Journal berichtet, dass die USA mindestens zehn MQ-9 Reaper gleichzeitig über dem Iran kreisen lassen, was ihre Bedeutung unterstreicht.

Berichten zufolge setzen die MQ-9s auch Small Diameter Bombs ein – eine 250-Pfund-Gleitbombe – sowie die bekannten Hellfire-Raketen, die sie bereits in früheren Kriegen verschossen haben. Dies ermöglicht es ihnen, iranische Abschussrampen und Luftverteidigungssysteme anzugreifen, ohne das andere Einsatzmittel in die Luft gebracht werden müssen.

Anmerkung des Autors

Nichts davon wäre möglich, wenn die USA und Israel nicht in der Lage wären, die iranische Luftverteidigung zu unterdrücken. Ja, der Iran hat 12 MQ-9 abgeschossen, aber er ist nicht in der Lage, sie alle abzuschießen. Ein Großteil dieser anfänglichen Unterdrückung der feindlichen Flugabwehr (SEAD) wurde von bemannten Plattformen durchgeführt. Mithilfe von elektronischer Kriegsführung und Langstreckenraketen haben sie Zeitfenster für Drohnen geschaffen. Diese Drohnen sorgen dann für eine kontinuierliche Überwachung und Zielerfassung über dem Iran. Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf: Die iranische Luftverteidigung riskiert, selbst ins Visier zu geraten, wenn sie auftaucht, um die Drohnen anzugreifen. Die Drohnen können daher unbehindert fliegen und Verteidigungsinfrastruktur sowie Raketenabschussrampen aufspüren.

Es liegt also auf der Hand, dass Drohnen wie die MQ-9 Reaper selbst gegen einen gut vorbereiteten Gegner eine wichtige Rolle spielen können. Dabei ist jedoch zu beachten, dass SEAD entscheidend dazu beiträgt, die richtigen Voraussetzungen für ihren Einsatz zu schaffen. Sowohl die Ukraine als auch Russland mussten feststellen, dass ihre Flotten von TB-2- und Orion-Kampfdrohnen durch die Flugabwehr schnell dezimiert wurden. Im Gegensatz dazu schuf Aserbaidschans SEAD-Kampagne gegen Armenien im Jahr 2020 die Voraussetzungen für eine umfangreiche, von Drohnen geführte Angriffskampagne. In beiden Kriegen kamen ähnliche Systeme zum Einsatz, doch die Ergebnisse waren unterschiedlich. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die MQ-9 ein entscheidender Faktor für die Operation „Epic Fury“ ist, der jedoch nur dann zum Tragen kommen kann, wenn die Bedingungen stimmen.

Autor: Sam Cranny-Evans. Der Beitrag erschien erstmalig am 19.03.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Calibre Defence.