Die Regierungen von Australien und Großbritannien haben am 26. Juli 2025 ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Beschaffung und dem Betrieb von atomgetriebenen Unterseebooten der „AUKUS“-Klasse unterzeichnet. Der Text, in Medien auch als „Vertrag von Geelong“ nach dem Unterzeichnungsort im australischen Bundesstaat Victoria, bezeichnet, definiert vor allem wesentliche Aspekte der bilateralen Kooperation im Rahmen des AUKUS-Sicherheitspaktes, über den hartpunkt unlängst berichtet hatte.
Formell bezeichnet als „Nuclear-Powered Submarine Partnership and Collaboration Agreement between the Government of Australia and the Government of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland“, legt das 28-seitige Dokument prinzipielle Schwerpunkte der Kooperation fest. Dazu gehört die Planung bezüglich der Beschaffung neuer Atom-U-Boote für beide Partner. Großbritannien beabsichtigt, ab den 2030er Jahren bis zu zwölf neue Unterseeboote der AUKUS-Klasse zu beschaffen. Australien soll das erste von mindestens fünf Booten ab den frühen 2040er Jahren erhalten. Zeitnaher geht es auch um konkrete Schritte bei regulären Besuchen britischer Atom-U-Boote der Astute-Klasse in Australien sowie einer zeitweiligen Stationierung bzw. Rotation mindestens eines solchen U-Bootes ab 2027 über die australische Fleet Base West nahe Perth.
Die insgesamt 23 Artikel des Vertrages definieren Aspekte wie den generellen Zweck der Zusammenarbeit, Fragen von politischer Souveränität und dem Atomwaffensperrvertrag als reglementierenden Faktor. Darüber hinaus geht es um den Austausch von Personal, Urheberrechten und Informationen, auch angesichts der Koordination beider Länder bei AUKUS mit den Vereinigten Staaten.
Bei technischen und detaillierten organisatorischen Aspekten bleibt das Papier äußerst vage. Der Vertrag bestätigt erneut, dass die australischen und britischen Boote baugleich sein sollen. Genauere Festlegungen, auch hinsichtlich Zeitplänen oder fest zu beschaffenden Zahlen, sind im Dokument nicht zu finden. Es handelt sich hier prinzipiell um eine politische Rahmenvereinbarung, der zeitnah weitere Schritte und Verträge folgen müssen, um die bilaterale Zusammenarbeit mit zu erreichenden Planzielen zu füllen.
Die Abwesenheit konkreter Schritte im Papier steht in bemerkenswertem Kontrast sowohl zur Charakterisierung des Papiers durch Offizielle als auch zu Reaktionen in Teilen der politischen und Medienlandschaft. Der australische Verteidigungsminister und stellvertretende Premier Richard Marles charakterisierte den Vertrag von Geelong als „eines der bedeutendsten Abkommen zwischen Australien und Großbritannien seit der australischen Staatengründung.“. Sowohl Marles als auch der britische Verteidigungsminister John Healy unterstrichen die Bedeutung des Vertrages für die Schaffung zehntausender Arbeitsplätze in beiden Ländern. Dazu ist allerdings zu bemerken, dass das Abkommen mit einer Dauer von 50 Jahren selbst keinerlei genaue Verpflichtungen oder definierte Entscheidungen in dieser Hinsicht enthält.
In den australischen Medien wurde der bilaterale Charakter des Abkommens teilweise als Absicherung oder gar Affront gegen eine unberechenbare Trump-Regierung in den Vereinigten Staaten dargestellt. Dies geht insofern fehl, weil AUKUS weiterhin fundamental auf der Zusammenarbeit Canberras und Londons mit Washington aufbaut und ohne amerikanische Unterstützung nicht umsetzbar ist. Relevante Aspekte reichen von Urheberrechten, dem Teilen von Schlüsseltechnologien bis zur Produktion von Komponenten für die AUKUS-Klasse und der Qualifizierung von Personal sowohl in der australischen Marine als auch Partnern der Industrie.
Während Australien und Großbritannien bei dem Entwurf für das zukünftige AUKUS-Boot eng kooperieren, werden die Vereinigten Staaten separat ein eigenes Design, derzeit als SSN(X) bezeichnet, beschaffen. SSN(X) soll die Virginia-Klasse zunächst ergänzen und später die ersten Boote dieses Typs ersetzen. Zuletzt hat die US-Marine allerdings kommuniziert, mit der Beschaffung von SSN(X) nicht vor Beginn der 2040er Jahren anstatt den frühen 2030er Jahren beginnen zu wollen.
Die Unterzeichnung des neuen Abkommens wird auch von einer derzeit andauernden Prüfung der AUKUS-Partnerschaft insgesamt durch die Trump-Regierung überschattet. Während in ersten Pressemeldungen im Juni zunächst von einer Entscheidung innerhalb von dreißig Tagen die Rede war, hat das US-Verteidigungsministerium mittlerweile klargestellt, dass ein abschließendes Ergebnis der Prüfung frühstens im Herbst dieses Jahres zu erwarten ist.
Autor: Alexander Luck ist Analyst für Rüstungspolitik mit Schwerpunkt Marine und Luftfahrt. Sein Fokus liegt auf dem indopazifischen Raum, besonders Entwicklungen in China, Ostasien und Australien.


















