Polen erwägt offenbar die Beschaffung des Airbus-Hubschraubers H145M

Lars Hoffmann

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Wie polnische Medien berichten, zeigt Polen Interesse am Kauf von Airbus-Hubschraubern des Typs H145M für die Streitkräfte des Landes. Die Wirtschaftszeitung Rzeczpospolita schreibt in dieser Woche, dass die Verhandlungen über neue Schul- und Kampfhubschrauber in die finale Phase eingetreten seien. Neben der H145M wird auch der AW109 TrekkerM von Leonardo als Kandidat genannt. Dem Artikel zufolge soll das polnische Verteidigungsministerium im Zusammenhang mit der Beschaffung Forderungen hinsichtlich der Fertigung in Polen, einer gemeinsamen Beschaffung mit einem anderen EU-Staat über das EU-Finanzierungsinstrument SAFE und einer Lieferung bis Ende 2030 gestellt haben. Unklar ist offenbar, ob zwölf oder 24 Maschinen gekauft werden sollen.

In der Vergangenheit gab es in polnischen Medien bereits Berichte, wonach Airbus mit dem polnischen Staatskonzern PGZ Gespräche über die Integration von polnischen Waffen in die H145M geführt haben soll. Gegenwärtig beschafft auch die Bundeswehr die H145M in unterschiedlichen Varianten in größerem Umfang. Mitunter können Partnerländer in Rahmenverträge der Bundeswehr mit Lieferanten zu günstigen Konditionen einsteigen, wenn sie dasselbe Produkt bestellen.

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Nach Informationen von hartpunkt hatte das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) Anfang des Jahres insgesamt 22 Rüstungsbeschaffungsvorhaben identifiziert, an denen Partnerländer auch unter Nutzung von SAFE-Krediten teilnehmen können. Neben dem Kampfpanzer Leopard 2, dem Luftverteidigungssystem Iris-T SLM und weiteren Programmen befindet sich auch die H145M auf der Liste.

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Im Gegensatz zu Airbus Helicopters verfügt Leonardo über bestehende Produktionskapazitäten in Świdnik in der Nähe von Lublin, wo eine Fertigungslinie für die AW149 existiert. Zudem hat Airbus Helicopters in Polen bereits schlechte Erfahrungen gemacht: Vor rund einem Jahrzehnt hatte das Land zunächst 50 Caracal-Transporthubschrauber bei Airbus fest bestellt, diese Order nach der Regierungsübernahme durch die PiS jedoch wieder storniert. Allerdings beschafft laut öffentlich verfügbaren Informationen derzeit kein anderes europäisches Land den AW109 TrekkerM.

Unabhängig davon hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Anfang der Woche berichtet, dass der neue leichte Kampfhubschrauber H145M der Bundeswehr zwar fliegen, aber auf absehbare Zeit nicht schießen könne. Zurückgeführt wird dies einerseits auf Probleme mit der 20mm-Bordkanone. So werde die Munition dafür aufgrund der elektrostatischen Empfindlichkeit des Anzündhütchens als nicht sicher eingestuft, heißt es in dem Beitrag. Die Waffe und Munition wird hartpunkt vorliegenden Informationen von KNDS France geliefert und dient auch seit mehreren Jahrzehnten als Bewaffnung für französische Hubschrauber. Andererseits sollen dem Bericht zufolge erste Schießversuche mit der Lenkwaffe Spike ER 2 im Mai 2025 aufgrund technischer Probleme abgebrochen worden sein, was zu Verzögerungen bei der Qualifizierung führe.

Wie Airbus Helicopters auf Nachfrage von hartpunkt mitteilte, äußert sich das Unternehmen grundsätzlich weder zu vertraulichen Berichten Dritter noch zu vertraglichen Details mit den Kunden. Mit Blick auf den Spiegel-Artikel schreibt das Unternehmen: „Generell teilen wir die Einschätzung bezüglich der hohen Komplexität dieses Beschaffungsvorhabens. Wir arbeiten dabei eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Airbus Helicopters hat bereits zahlreiche Hubschrauber des Typs H145M mit umfassenden Bewaffnungsoptionen erfolgreich an internationale Kunden ausgeliefert.“

Lars Hoffmann