In den vergangenen Tagen hat die deutsche Luftwaffe auf der NATO Firing Range NAMFI (NATO Missile Firing Installation) auf Kreta die erforderliche Systemzertifizierung des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM von Diehl Defence absolviert. Wie Diehl in einer Mitteilung weiter schreibt, trainierte dort die Flugabwehrraketengruppe 61 das Zusammenspiel der verschiedenen Systemkomponenten wie dem Radar TRML-4D und dem Gefechtsstand CTOC (Common Tactical Operations Center) sowie dem Startgerät mit dem Lenkflugkörper IRIS-T SLM.
Neben Einheiten der Deutschen Luftwaffe nahmen die schwedischen Streitkräfte mit ihrem Patriot-System an der NATO-Übung SPARTAN ARROW 26 auf Kreta teil. Schweden hat sich 2025 ebenfalls für die Beschaffung von IRIS-T SLM entschieden. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, wurde nach dem erfolgreichen Erstschuss das System IRIS-T SLM vollständig in das taktische Übungsszenario eingebunden und konnte gemeinsam mit den deutschen und schwedischen Patriot-Systemen sowie dem Leichten Flugabwehrsystem (LeFlaSys) im Verbund seine Leistungsfähigkeit beweisen.
„Die erfolgreiche Systemzertifizierung bestätigt die große Zuverlässigkeit und sehr hohe Trefferquote von IRIS-T SLM im Einsatz. Das ist ein wichtiges Signal für die Bundeswehr und somit auch für die bereits zehn Nationen, die auf unser Luftverteidigungssystem setzen“, sagte Helmut Rauch, CEO von Diehl Defence, laut Mitteilung.
Wie Airbus Defence and Space in einer Mitteilung zur Übung SPARTAN ARROW 26 schreibt, hat das Unternehmen im Rahmen des Schießens auf Kreta zentrale Elemente der schwedischen und deutschen Luftverteidigung erfolgreich miteinander verbunden. Erstmalig wurden den Angaben zufolge sowohl das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM der deutschen Luftwaffe als auch das Patriot-System der schwedischen Luftwaffe an den deutschen SAMOC-Gefechtsstand (Surface to Air Missile Operations Centre) angebunden, dem zentralen Software-Knotenpunkt zur Koordinierung von Luftverteidigungswaffen.
In enger Zusammenarbeit mit den Streitkräften Deutschlands und Schwedens habe Airbus eine nahtlose Vernetzung zur Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern unter realistischen Bedingungen und in Echtzeit demonstriert, heißt es in der Mitteilung.
Durch die Integration in SAMOC habe eine rein deutsche Besatzung IRIS-T SLM erstmals beim scharfen Schießen mit Gefechtsmunition koordiniert. Gleichzeitig habe die schwedische Luftwaffe ihren ersten eigenständigen scharfen Schuss mit Patriot über das vernetzte System absolviert. Dies markiere die Zertifizierung und Validierung der schwedischen Patriot-Systeme durch die NATO und demonstriere die binationale Interoperabilität mit Deutschland. Zusätzlich integrierte Airbus den Angaben zufolge das Leichte Flugabwehrsystem des deutschen Heeres. So sei eine durchgehende Schutzkette gegen Drohnen und Raketen entstanden – von der Nahbereichsabwehr bis hin zu mittleren und langen Distanzen.
Wie Verteidigungsminister Boris Pistorius bei einer Pressekonferenz auf Kreta im Anschluss an das Schießen ausführte, geht es für die Bundeswehr nun darum, die verbundene Luftverteidigung durch Heer und Luftwaffe wieder aufzubauen.
Nach Aussage von Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding ist seine Teilstreitkraft gerade dabei, die Grundsätze für die Landkriegsführung komplett neu aufzustellen. Dabei sei es das Ziel, über den Landstreitkräften einen Schutzschirm gegen Bedrohungen aus der Luft und dem bodennahen Luftraum zu etablieren. Seinen Worten zufolge wird am 7. Dezember das Heeresflugabwehrregiment 1 in Lüneburg aufgestellt. Alle Großverbände sollen laut Freuding mit der neuen Fähigkeit ausgestattet werden. Das Heer wird in Zukunft neben Systemen kurzer Reichweite – mit dem Schießen auf Kreta ist die Verantwortung für das LeFlaSys von der Luftwaffe auf das Heer übergegangen – und zur Drohnenabwehr auch das Mittelbereichssystem IRIS-T SLM erhalten. Wie Freuding in der vergangenen Woche laut Redetext in einer vom Förderkreis Deutsches Heer ausgerichteten Veranstaltung sagte, wird die Luftwaffe dem Heer vorgezogen ab 2028 zwei Feuereinheiten IRIS-T SLM als Anfangsbefähigung überlassen.
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