Das Raumfahrtunternehmen Dawn Aerospace mit Hauptsitz in Neuseeland und einem weiteren Standort im niederländischen Delft will nach Deutschland expandieren und dazu die Dawn Aerospace Deutschland GmbH gründen. Wie das Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, laufen die Vorbereitungen zur Gründung der GmbH.
Dieser Schritt werde ein lokales Angebot von flugerprobten Raumfahrtantrieben sowie zukünftigen Raumtransportkapazitäten schaffen, um Deutschlands schnell wachsenden Sicherheits- und Verteidigungs-Weltraumsektor zu unterstützen, schreibt das Unternehmen. Dies baue auf der bestehenden Zusammenarbeit von Dawn mit deutschen Partnern wie dem Zentrum für Telematik auf.
Die Expansion stehe im Einklang mit der Ankündigung von Verteidigungsminister Boris Pistorius, 35 Milliarden Euro bis 2030 in weltraumbezogene Rüstungsprojekte zu investieren. Deutschland benötige dringend Antriebssysteme für neue Überwachungs- und Kommunikationskonstellationen. Allerdings fehle den inländischen Anbietern die Produktionskapazität für großvolumige Beschaffungen im Verteidigungsbereich, heißt es in der Mitteilung.
Dawn schließe diese Lücke und biete Rüstungsunternehmen sowie staatlichen Partnern einsatzfertige Lösungen (COTS/MOTS) in Kombination mit der eigenen Flight Heritage, schreibt das Unternehmen.
Als Anbieter schlüsselfertiger Antriebssysteme auf Basis von Lachgas (N₂O) setzt Dawn nach eigenen Angaben auf sichere, leicht verfügbare Treibstoffe. Die Hardware des Unternehmens sei bereits auf mehr als 50 Satelliten weltweit im Einsatz; Hunderte weitere Systeme befänden sich demnach in Produktion. Überdies werde das Betankungsnetzwerk Loop entwickelt, damit Satelliten im Orbit nachtanken, freier manövrieren und länger im Einsatz bleiben können.
Parallel dazu entwickelt Dawn das suborbitale Raumflugzeug Aurora, das die Leistungsfähigkeit eines Raketenantriebs mit der schnellen Wiederverwendbarkeit eines Flugzeugs verbinden soll, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Nach 64 abgeschlossenen Testflügen soll die voll einsatzfähige Aurora ab 2027 ihren Flugbetrieb aufnehmen.
Mit einer ausgereiften Produktionslinie, die jährlich Dutzende schlüsselfertiger Systeme produziere, erfülle Dawn die strikten Anforderungen nationaler Sicherheitsmissionen, bei denen Risiken auf ein Minimum begrenzt werden müssen, heißt es.
Jeroen Wink, Chief Revenue Officer bei Dawn Aerospace, wird mit der Aussage zitiert: „Unsere Markteinführung ist darauf ausgelegt, direkt mit strategischen Akteuren zusammenzuarbeiten, wie dem Weltraumkommando der Bundeswehr und führenden Rüstungsunternehmen, um sicherzustellen, dass sie über eine gesicherte, lokale Lieferkette verfügen, die erforderlich ist, um die europäische Resilienz im Weltraum zu stärken.“
Dawn Aerospace wurde 2017 gegründet und ist weltweit mit mehr als 150 Mitarbeitenden in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und den USA tätig. Das Raumtransportunternehmen entwickelt Technologien für einen häufigeren Zugang zum Weltraum und größere Mobilität im All.
Das Unternehmen wurde überdies nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr von Diehl Defence beauftragt, die Konstruktion und Bewertung fortschrittlicher Flüssigkeitsantriebssysteme für das kinetische Flugkörpermodul des HYDEF-Flugkörpers (Hypersonic Defence Interceptor) zu unterstützen.
lah
















