IRIS²: OHB soll Satelliten im Wert von rund einer Milliarde Euro liefern

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Das Bremer Raumfahrt- und Technologieunternehmen OHB hat mit dem europäischen Satellitenbetreiber SES einen Vertrag im Wert von knapp einer Milliarde Euro über die Entwicklung und den Bau von achtzehn Satellitenplattformen für Europas Satellitenkommunikationssystem IRIS² – Secure Connectivity Programme unterzeichnet.

Die Vertragsunterzeichnung folge auf den offiziellen Start der Umsetzungsphase des Programms am 6. August und sei der erste Großauftrag im Rahmen der IRIS²-Konzession, schreibt OHB in einer Mitteilung.

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Die Europäische Kommission hat das SpaceRISE-Konsortium mit der Entwicklung und Bereitstellung der für IRIS² nötigen Infrastruktur betraut, SES ist dabei für die Umsetzung des Systemanteils im mittleren Erdorbit (MEO) verantwortlich. Neben SES gehören auch EUTELSAT und HISPASAT dem Konsortium an.

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OHB sei seit Beginn des Programms ein wesentlicher Technologiepartner des SpaceRISE-Konsortiums und Teil des industriellen Kernteams, heißt es in der Mitteilung. Die nun beauftragten achtzehn Satellitenplattformen, die OHB für SES entwickeln und bauen wird, bilden einen zentralen Bestandteil der MEO-Infrastruktur von IRIS². Die MEO-Satelliten werden laut OHB eine maximale Leistung von etwa 15 Kilowatt und beim Start eine Masse von jeweils circa 2,6 Tonnen aufweisen.

IRIS² ist die europäische Antwort auf den wachsenden Bedarf an sicherer, resilienter und souveräner Satellitenkommunikation. Das System wird der Mitteilung zufolge aus einer Konstellation von 348 Satelliten bestehen, die in niedrigen (LEO) und mittleren Erdumlaufbahnen fliegen. Eine solche Multi-Orbit-Konstellation habe den Vorteil, dass für eine globale Abdeckung deutlich weniger Satelliten benötigt werden als bei einer reinen LEO-Konstellation und trotzdem kurze Signallaufzeiten sichergestellt werden können. Hinzu komme ein eigenes, nach europäischen Standards abgesichertes Bodensegment.

„IRIS² wird ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit. In einer digitalisierten und hochmobilen Welt ist eine resiliente und eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar. Mit Galileo und Copernicus hat OHB bereits zwei der wichtigsten europäischen Satellitenprogramme maßgeblich mitgestaltet“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE, laut Mitteilung.

Mit IRIS² verfolgt die EU das Ziel, ihre Souveränität im Bereich sicherer Satellitenkommunikation auszubauen. Als drittes Flaggschiffprogramm neben Galileo und Copernicus soll das System hochsichere und leistungsfähige Kommunikationsdienste für öffentliche und private Nutzer bereitstellen.

IRIS² wird als öffentlich-private Partnerschaft unter der Federführung der Europäischen Kommission umgesetzt. Dabei wird das Programm durch die technische Expertise der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm (EUSPA) sowie durch die europäische Raumfahrtindustrie unterstützt. Der Start der ersten Satelliten im Rahmen von IRIS² ist für 2029 vorgesehen – erste Dienste sollen ab 2030 zur Verfügung gestellt werden, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
lah