Software-Entwicklung: Niederländisches Verteidigungsministerium schließt Partnerschaft mit Intelic

Lars Hoffmann

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Das niederländische Verteidigungsministerium hat eine strategische Partnerschaft im Wert von mehreren zehn Millionen Euro mit dem niederländischen Verteidigungstechnologieunternehmen Intelic unterzeichnet, um die Software-Grundlage für sein zukünftiges Ökosystem unbemannter Systeme zu schaffen. Wie Intelic in einer Mitteilung schreibt, sind die Niederlande das erste Land weltweit, das offiziell in einen „Software-First“-Ansatz für militärische Interoperabilität investiert.

Die auf drei Jahre angelegte Vereinbarung markiere einen Wandel in der Art und Weise, wie Verteidigungsfähigkeiten entwickelt werden. Anstatt zunächst Plattformen zu beschaffen und sich erst später mit Integrationsherausforderungen zu befassen, mache das niederländische Verteidigungsministerium die Interoperabilität zum Ausgangspunkt seiner Strategie. So wird nach Angaben des Ministeriums zunächst die Software entwickelt, bevor mit der Beschaffung der Hardware begonnen werde.

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Im Rahmen der Partnerschaft wird Intelic den Angaben zufolge in den nächsten drei Jahren eng mit dem Ministerium zusammenarbeiten, um die Softwarearchitektur zu entwickeln und weiterzuentwickeln, die erforderlich ist, um unbemannte Luft- und Bodensysteme zu einem einzigen operativen Ökosystem zu verbinden.

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Im Mittelpunkt dieser Partnerschaft stehe die Command-and-Control-Software NEXUS von Intelic, die es unbemannten Systemen verschiedener Hersteller ermögliche, innerhalb einer einzigen Einsatzumgebung zusammenzuarbeiten. Dies reduziere die Einsatzvorbereitungszeiten und den Schulungsaufwand für das Bedienpersonal erheblich und stelle sicher, dass verschiedene unbemannte Systeme zuverlässig zusammenarbeiten.

Durch die Einführung einer „Software-First“-Strategie wollen die Niederlande sicherstellen, dass neue Technologien, Sensoren und Fähigkeiten schnell und effektiv integriert werden können, unabhängig von Plattform oder Hersteller, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

„Die Ukraine lehrt uns, dass nicht nur die Hardware, sondern auch die Software von großer Bedeutung ist. Die Zusammenarbeit verschiedener Drohnensysteme erleichtert den Kampf. Ich bin stolz darauf, dass ein niederländisches Unternehmen diesen Bedarf nun decken kann. Wir gehen eine Partnerschaft ein, lassen die klassische Kunden-Lieferanten-Beziehung hinter uns und verpflichten uns gegenseitig auf längere Sicht“, sagte Derk Boswijk, Staatssekretär für Rüstungsbeschaffung und Personal der Niederlande, laut Mitteilung.

NEXUS werde seit 2025 auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eingesetzt und ermögliche es Drohnenoperatoren, schnell auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren.

Nach Aussage von Maurits Korthals Altes, CEO von Intelic, gibt es in Europa mittlerweile mehr als 700 Drohnenhersteller, und diese Zahl wachse weiter. Für Verteidigungsorganisationen bestehe die Herausforderung nicht mehr im Zugang zur Technologie, sondern darin, sicherzustellen, dass diese Technologien zusammenarbeiten können.

„Das Verteidigungsministerium hält es für entscheidend, dass diese Entwicklung gemeinsam mit einem niederländischen Unternehmen vorangetrieben wird“, sagte Staatssekretär Boswijk laut Mitteilung seines Hauses. „So sichern wir die Entwicklung und den Erhalt des Know-hows und der Technologie in den Niederlanden.“

Intelic sei ein junges Unternehmen, habe aber das Potenzial, ein entscheidender Akteur auf dem Drohnenmarkt zu werden. Das Verteidigungsministerium geht nach eigener Aussage daher eine langfristige Zusammenarbeit ein, damit genügend Zeit für die Entwicklung der Software bleibt. Ohne diese langfristige Sicherheit könne Intelic diesen Schritt nicht gehen und sei gezwungen, außerhalb der Niederlande oder sogar Europas nach Finanzmitteln zu suchen.

Neben der Partnerschaft setzt das Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben auf Schutzmaßnahmen, um den strategischen Wert der Zusammenarbeit zu sichern. So werde gemeinsam mit dem Finanzministerium geprüft, ob die Einführung einer sogenannten Prioritätsaktie sinnvoll sein könne. Dabei handelt es sich um einen sorgfältigen Prozess, den das Verteidigungsministerium mit der gebotenen Umsicht angehe.

Lars Hoffmann