Zu Erprobungszwecken – Bundeswehr beschafft Unterwasserdrohne Speartooth

Waldemar Geiger

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Die Bundeswehr beschafft ein Exemplar der Unterwasserdrohne Speartooth, welche demnächst von der Wehrtechnischen Dienststelle 71 erprobt werden soll. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw auf Nachfrage von hartpunkt.

Das australische Unternehmen C2 Robotics hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass man den Speartooth in Zusammenarbeit mit dem europäischen Partner EUROBOTICS GmbH „an Deutschland verkauft“ habe. Angaben zu Kunden oder Anzahl der beschafften Drohnen gab das Unternehmen hingegen nicht bekannt.

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Der Speartooth ist ein vom australischen Unternehmen C2 Robotics in den vergangenen vier Jahren entwickeltes Large Uncrewed Underwater Vehicle (LUUV). Es wird derzeit unter anderem durch die australische Marine als Teil des Rüstungsvorhabens SEA 1200 untersucht.

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C2 Robotics hat den Speartooth als einen kostengünstigen und modularen Unterwasser-Lastenträger konzipiert, der schnell für unterschiedliche Missionsprofile konfiguriert werden kann. Dazu verfügt der „Unterwasser-Lkw“ über zwei Nutzlastmodule, die jeweils bis zu eine Tonne Nutzlast aufnehmen können. Bei Bedarf können die Module selbst im Einsatz getauscht werden. Dazu müssen nur rund zwei Dutzend Schrauben gelöst und einige Stecker gezogen werden.

Der Speartooth wurde von Beginn an für kein spezielles Einsatzszenario entwickelt, was die Einordnung des Systems in eine spezifische Kategorie erschwert. Er kann sowohl als Sensorträger bestimmte Räume überwachen als auch Minen zum Sperren von Gewässern ausbringen.

Die genauen Leistungsdaten des Speartooth sind vertraulich, früheren Angaben von EUROBOTICS zufolge soll die Reichweite jedoch bei mehreren hundert Nautischen Meilen liegen und die Tauchtiefe mehrere Meter betragen. Die Reichweite des elektrisch angetriebenen Unterwasser-Lastenträgers könne jedoch verdreifacht werden, wenn ein Nutzlastmodul durch eine Batterienutzlast belegt werde. Die Positionsbestimmung und Navigation erfolgt mittels einer Sensorsuite, die neben einem inertialen Navigationssystem auch über ein Sonar und Doppler Velocity Log verfügt.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit EUROROBOTICS, um Speartooth an unsere NATO-Verbündeten zu liefern“, wird Troy Duggan, CEO von C2 Robotics, in der Mitteilung seines Unternehmens zitiert. „Die NATO-Staaten haben erkannt, dass ihre strategische Lage zunehmend unsicherer geworden ist und der Schutz der Seeverbindungswege keine Option, sondern für die Wahrung der Souveränität und einer regelbasierten Ordnung unerlässlich ist“, so Duggan weiter.

Die Ankündigung von vergangener Woche besiegelt nach Angaben von C2 Robotivs offiziell die exklusive Partnerschaft von C2 Robotics mit der Eurobotics GmbH als Vertreter und Produktionspartner in Deutschland, um den Vertrieb in der NATO und in Europa auszuweiten. „Da immer mehr Verbündete Speartooth in Betracht ziehen, verkürzt die Möglichkeit, Nutzlasten und deren Entwicklung gemeinsam zu nutzen, nicht nur die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft, sondern erweitert auch die Einsatzmöglichkeiten und erhöht die Kosteneffizienz“, heißt es in der Mitteilung weiter. EUROBOTICS selbst ist ein vor wenigen Monaten gegründetes Unternehmen der AEGIRON-Gruppe zu der auch die INTEC-Gruppe gehört. Innerhalb der Gruppe ist das Unternehmen für die Entwicklung, Integration und den Betrieb von unbemannten Systemen in allen Dimensionen zuständig.

Waldemar Geiger