Joint Strike Missile – Deutschland bestellt weitere Marschflugkörper bei Kongsberg

Lars Hoffmann

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Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg hat nach eigenen Angaben einen Vertrag im Wert von rund 3,5 Milliarden NOK (rund 300 Millionen Euro) über die Lieferung von weiteren Luft-Boden-Flugkörpern des Typs Joint Strike Missile (JSM) an Deutschland unterzeichnet.

Im Juni 2025 habe sich Deutschland als fünftes Land für den Einsatz der JSM in seinen F-35-Kampfflugzeugen entschieden, schreibt Kongsberg. Nun habe die Bundesregierung einen Vertrag über Lieferungen der Flugkörper unterzeichnet.

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„Der neue Auftrag unterstreicht die Bedeutung der JSM für die F-35, wobei Deutschland damit begonnen hat, seine Einsatzbereitschaft für die Flugkörper auszubauen“, wird Øyvind Kolset, Executive Vice President bei Kongsberg und Leiter des Geschäftsbereichs Missiles and Aerostructures, in der Mitteilung zitiert. Der Vertrag ist demnach als Regierungsverkauf zwischen Norwegen und Deutschland strukturiert, wobei die norwegische Verteidigungsmaterialagentur (NDMA) als Vertragspartner fungiert.

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Deutschland war neben den bestehenden Kunden Norwegen, Japan, Australien und den USA das fünfte Land, das sich für die JSM entschieden hat. „Diese Vereinbarung ist ein weiteres Beispiel für die starken Bindungen zwischen Kongsberg und Deutschland, wo wir an einer Reihe von Projekten mit lokalen Partnern beteiligt sind“, so Eirik Lie, Präsident und Chief Executive Officer von Kongsberg. „Als Norwegen und Deutschland Anfang dieses Jahres das historische Hansa-Abkommen unterzeichneten, war es das Ziel, eine noch engere und operativere Verteidigungszusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern zu etablieren. Die JSM-Vereinbarungen zeigen, wie wir die strategische Partnerschaft bereits in konkrete Fähigkeiten umsetzen, die sowohl unsere eigene Verteidigung als auch die der NATO stärken“, sagte Tore O. Sandvik, Norwegens Verteidigungsminister.

„Neben der Lieferung von Marschflugkörpern, Führungs- und Waffeneinsatzsystemen für die 212CD-U-Boote und ferngesteuerten Waffenstationen entwickelt Kongsberg gemeinsam mit den Industriepartnern Diehl Defence und MBDA einen neuen Überschall-Marschflugkörper, und wir haben uns mit Helsing und anderen Partnern zusammengetan, um die Realisierung kritischer europäischer Weltraumfähigkeiten zu beschleunigen“, sagte Lie.

Der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages hatte die für die Beschaffung notwendigen Haushaltsmittel bereits im Juni 2025 gebilligt und für eine erste Bestellung Finanzmittel in Höhe von rund 480 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Daraufhin unterzeichneten der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius mit seinem norwegischen Amtskollegen am Rande des NATO-Gipfels in Den Haag ein sogenanntes Programme Arrangement. Demnach werden beide Länder gemeinsam die JSM für ihre F-35-Kampfjets beschaffen. Norwegen übernimmt dabei die Federführung. Für den Abruf weiterer Flugkörper aus einem gebilligten Vertrag bedarf es keiner weiteren Befassung des Bundestages, solange der vorher genehmigte Rahmen nicht ausgeschöpft wurde. Der Bundestag muss lediglich periodisch darüber in Kenntnis gesetzt werden, wenn solche Munitionsbestellungen erfolgt sind.

Bei der Joint Strike Missile handelt es sich um einen rund 400 kg schweren Luft-Boden-Lenkflugkörper des norwegischen Rüstungskonzerns Kongsberg Defence & Aerospace. Die JSM wurde auf Grundlage des bewährten schiffs- und landgestützten Seezielflugkörpers Naval Strike Missile (NSM) entwickelt.

Der Flugkörper ist so konzipiert, dass er auch in den internen Waffenschächten der F-35 mitgeführt werden kann. Der Hersteller gibt die Reichweite mit mehr als 350 km an, die Luftwaffe mit bis zu 560 km. Die Joint Strike Missile ist in der Lage, sowohl See- als auch Landziele zu bekämpfen.

Der mit Stealth-Eigenschaften versehene Flugkörper ist darauf ausgelegt, auch hochentwickelte Flug- und Raketenabwehrsysteme zu überwinden. Neben der Verbundwerkstoffkonstruktion des Rumpfes trägt auch die Abstützung auf Passivsensoren dazu bei, dass der Flugkörper durch feindliche Luftverteidigungssysteme nur schwer erkannt werden kann.
lah