Über 9.000 Einsätze im März 2026 – Ukraine forciert den Einsatz von UGV

Kristóf Nagy

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Die ukrainischen Streitkräfte treiben die Nutzung unbemannter bodengebundener Systeme (UGV) mit hoher Geschwindigkeit voran. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurden entsprechende Plattformen allein im März 2026 in mehr als 9.000 Einsätzen genutzt. Damit setzt sich ein deutlicher Wachstumstrend fort, der die zunehmende Bedeutung dieser Systeme für die Gefechtsführung unterstreicht. 

Bereits im Januar lagen laut den Angaben des Ministeriums die Einsatzzahlen bei über 7.500 Missionen, im November 2025 noch bei rund 2.900. Insgesamt summieren sich die UGV-Operationen im ersten Quartal 2026 auf deutlich über 20.000 Einsätze. Dabei liegt der Schwerpunkt der Nutzung der Systeme vor allem in Unterstützungsrollen. Dazu zählen insbesondere der Transport von Munition und Versorgungsgütern sowie die Evakuierung Verwundeter an den Schwerpunkten der Front.

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Ziel ist es laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium, Personal in besonders exponierten Bereichen zu ersetzen und so zu schonen. Die ukrainische Führung verfolgt dabei explizit den Ansatz, die Frontlogistik möglichst weitgehend zu automatisieren. Parallel dazu wächst die organisatorische Verankerung: Im März nutzten bereits 167 Einheiten entsprechende Systeme, gegenüber 67 Einheiten im November 2025.

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Analysen des Modern War Institute zeigen zudem, dass der ukrainische Ansatz über reine Stückzahlsteigerungen hinausgeht. Entscheidend ist der Analyse zufolge nicht die technologische Komplexität einzelner Systeme, sondern deren Einbindung in ein vernetztes Gefechtsökosystem. Auch das ukrainische Verteidigungsministerium hob die Rolle des Battle-Management-Systems „Delta“ für den erfolgreichen UGV-Einsatz hervor.

Als zentrale Lehre wird die einfache Bedienbarkeit der Systeme hervorgehoben. Diese müssen auch von erschöpften Soldaten unter Gefechtsstress bedient werden können. Ein Umstand, der darauf hindeutet, dass es sich bei den eingesetzten UGV um ferngesteuerte Systeme handelt. Zudem müssen die Plattformen den Angaben des Ministeriums zufolge kostengünstig in der Beschaffung und dem Betrieb sein, sodass ihr Verlust verschmerzbar ist. Des Weiteren entsteht der wahre operative Mehrwert erst durch Integration in Führungs-, Aufklärungs- und Logistiksysteme. Damit unterscheidet sich der ukrainische Ansatz von den meisten klassischen, westlichen Beschaffungslogiken, die häufig auf technologisch hochkomplexe und damit kostenintensive Einzelsysteme setzen.

Die rasch steigenden Einsatzzahlen verdeutlichen, dass sich bodengebundene Robotik zunehmend von einer Nischenfähigkeit zu einem integralen Bestandteil der Gefechtsführung entwickelt.

Insbesondere unter Bedingungen dichter Aufklärung durch Drohnen und permanenter Bedrohung durch Artillerie und Präzisionswirkmittel gewinnen unbemannte Systeme an Bedeutung. Sie ermöglichen Bewegungen und Versorgungsleistungen in Bereichen, die für bemannte Kräfte nur unter hohen Verlusten erreichbar wären.

Trotz der dynamischen Entwicklung bleibt der Einsatz bodengebundener Systeme bislang hinter dem von Drohnen in der Luft zurück. Gleichwohl deutet die aktuelle Entwicklung darauf hin, dass UGV perspektivisch auch im direkten Gefecht als Träger von Effektoren eine wachsende Rolle spielen werden. Die ukrainischen Streitkräfte liefern damit ein praktisches Beispiel für die schrittweise Transformation hin zu einer stärker automatisierten Landkriegsführung – allerdings weniger durch technologische Sprünge als durch skalierbare, vernetzte und verlusttolerante Systeme.

Zudem wurden UGV-Einsätze in das ukrainische „Army of Drones Bonus“ aufgenommen. Dort können Einheiten Punkte für Angriffe mit Drohnen sowie für Aufklärungs- und UGV-Missionen erhalten. Dies dient als direkter Anreiz und ermöglicht es den Einheiten, ihre Fähigkeiten durch neue Technologien zu verbessern. Über den Waffenmarktplatz „Brave1 Market“ können Einheiten ihre Punkte dann gegen Drohnen, unbemannte Bodenfahrzeuge, Ausrüstung zur elektronischen Kriegsführung sowie Ersatzteile eintauschen.

Kristóf Nagy