Polen größter Nutzer des EU-Finanzierungsinstruments SAFE

Anzeige

Im Rahmen des europäischen Finanzierungsinstruments SAFE (Security Action for Europe) stellt die EU ihren Mitgliedsländern günstige Darlehen für die gemeinschaftliche Beschaffung von Rüstungsgütern im Gesamtvolumen von maximal 150 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Umsetzung des im vergangenen Jahr geschaffenen Instruments kommt offensichtlich voran. So hat die EU-Kommission mittlerweile fast alle Teilnehmeranträge, die bis November abgegeben werden mussten, gebilligt. Die Ausnahme bilden lediglich Frankreich, Ungarn und Tschechien, die noch auf eine Genehmigung warten.

Größter Nutzer ist nach augenblicklichem Stand Polen. Das Land hat mit fast 44 Milliarden Euro die mit Abstand größte Summe beantragt. Polen befindet sich gegenwärtig in einem umfassenden Aufrüstungsprozess. Wie aus Presseberichten hervorgeht, sorgt dies innenpolitisch jedoch für Kontroversen. So sieht die oppositionelle PiS-Partei den Angaben zufolge die Nutzung der SAFE-Mittel kritisch, weil damit überwiegend Rüstungsgüter aus EU-Produktion erworben werden müssen. Dies könne Käufe von Militärgütern in den USA beschränken, wird bemängelt. Stattdessen wird eine Finanzierung am freien Kapitalmarkt vorgeschlagen. Wie es in einem Bericht des Magazins Economist heißt, könnte Polens Staatspräsident Karol Nawrocki deshalb womöglich im März bei Vorlage des SAFE-Vorhabens sein Veto einlegen.

Anzeige

Voraussetzung für die Genehmigung der Mittel ist prinzipiell, dass sich mindestens zwei Länder bei der Beschaffung zusammentun. Deutschland hat zwar keine SAFE-Mittel beantragt – wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Bundesrepublik im Gegensatz zu einigen Teilnehmerländern über eine Top-Bonität verfügt. Aber das Verteidigungsministerium in Berlin hat insgesamt 22 Projekt für die gemeinsame Beschaffung geöffnet, so dass befreundete Nationen in die Rahmenverträge einsteigen können und damit Konditionen wie die Bundeswehr erhalten.

Anzeige

Wie die EU schreibt, sollen nach der Genehmigung der Anträge bereits im ersten Quartal dieses Jahres die konkreten Darlehensverhandlungen mit den Mitgliedsstaaten beginnen. Interessant ist, dass das sonst eher europakritische Ungarn mit 16.216.720.524 Euro eine beträchtliche zweistellige Milliardensumme beantragt hat und damit bis auf den letzten Euro genauso viel wie Frankreich. Wann hier mit einer Entscheidung zu rechnen ist, schreibt die EU-Kommission allerdings nicht.

SAFE‑Status nach Ländern

LandBeantragte SAFE‑SummeStatus der Prüfung
Polen43,734 Milliarden Eurogenehmigt
Rumänien16,680 Milliarden Eurogenehmigt
Frankreich16,217 Milliarden Euronoch in Prüfung
Ungarn16,217 Milliarden Euronoch in Prüfung
Italien14,900 Milliarden Eurogenehmigt
Belgien8,340 Milliarden Eurogenehmigt
Litauen6,375 Milliarden Eurogenehmigt
Portugal5,841 Milliarden Eurogenehmigt
Lettland5,498 Milliarden Eurogenehmigt
Bulgarien3,262 Milliarden Eurogenehmigt
Estland2,344 Milliarden Eurogenehmigt
Slovakei2,317 Milliarden Eurogenehmigt
Tschechien2,060 Milliarden Euronoch in Prüfung
Kroatien1,700 Milliarden Eurogenehmigt
Zypern1,182 Milliarden Eurogenehmigt
Finnland1,000 Milliarden Eurogenehmigt
Spanien1,000 Milliarden Eurogenehmigt
Griechenland0,788 Milliarden Eurogenehmigt
Dänemark0,047 Milliarden Eurogenehmigt

lah