Das dänische Heer hat kürzlich seine Feuerunterstützungsfähigkeiten durch die Freigabe moderner Munitionssorten für seine 120-mm-Mörsersysteme erweitert. Dies gab die dänische Beschaffungs- und Logistikorganisation DALO in einer Pressemitteilung am 27. Januar 2026 bekannt. Die ersten Test- und Demonstrationsschüsse mit der neuen Munition wurden im Dezember 2025 durchgeführt und werden im März 2026 fortgesetzt.
„Die neue Munition verschafft den Einheiten des Heeres eine erhöhte Effektivität auf dem Gefechtsfeld. Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Modernisierung der Feuerkraft des Heeres“, wird Major Jesper Lindholm, amtierender Kommandeur des 1. Artilleriebataillons des dänischen Artillerieregiments, in der Mitteilung zitiert.
Bei dem 12-mm-Mörsersystem des dänischen Heeres handelt es sich um das Mörsersystem CARDOM 10, hergestellt von Elbit Systems in Israel. Das System ist in einen 8×8-Radpanzer des Typs Piranha V des Rüstungskonzerns General Dynamics European Land Systems integriert. Die Waffenanlage verfügt über ein Rückstoßminderungssystem, um die Rückstoßkräfte beim Abfeuern zu minimieren, sowie über integrierte Navigations- und Feuerleitsysteme. Der Mörser ist mit einem automatischen Richtsystem mit einem elektrischen Antrieb für vertikale und horizontale Bewegungen ausgestattet und ist in der Lage, im MRSI-Verfahren zu feuern (Abfeuern mehrerer Patronen nacheinander aus einem Rohr, die gleichzeitig im Zielgebiet einschlagen). Bei einem Stromausfall, einem Ausfall des Computers oder des Navigationssystems kann der Mörser manuell mit Höhen- und Seitenrichttrieben in Verbindung mit einem optischen Periskop gerichtet werden CARDOM 10 hat eine Feuerrate von bis zu 16 Schuss pro Minute, eine Dauerfeuerrate von 4 Schuss pro Minute und eine maximale Reichweite von 7 bis 8 km, je nach Munitionstyp.
Bislang war in den dänischen Streitkräften nur die hochexplosive M/50-Patrone aus Altbeständen als einziger Munitionstyp verfügbar. Dies schränkte nach Aussage der DALO die Ausbildung der dänischen Mörserbesatzungen ein, da die Notwendigkeit, hochexplosive Mörsermunition zu verwenden, bedeutet, dass einige Übungsgelände und Schießstände für die Mörserbesatzungen aufgrund von Sicherheitsbeschränkungen gesperrt waren. Das ältere M/50-Patronendesign ist zudem aerodynamisch nicht optimal konstruiert, was zu einer geringeren Reichweite und einer geringeren Wirkung im Ziel führt. Andere Munitionstypen wie Rauch-, Leucht- und Übungspatronen waren überhaupt nicht verfügbar.
Die neue Serie von Mörserpatronen, die nun für den Einsatz zugelassen wurde, beseitigt viele dieser Probleme. Die neuen Mörserpatronen sind nicht nur moderner, aerodynamischer und ballistisch effizienter, sondern umfassen neben hochexplosiven Munitionssorten auch Rauch- und Leuchtpatronen, was eine deutlich höhere operative Wirkung sowie eine abwechslungsreichere und realitätsnähere Ausbildung ermöglicht.
Die veröffentlichten Informationen enthalten keine Angaben zur verfügbaren Menge der neuen Mörserpatronen oder zum Hersteller. Es wird lediglich angegeben, dass die Mörser-Munition über einen „bestehenden Rahmenvertrag” beschafft wurde. Auf einem veröffentlichten Bild sind folgende Munitionssorten erkennbar:
- 120mm-Sprengpatrone mit Aufschlagzünder
- 120mm-Sprengpatrone mit Annährungszünder
- 120mm-Leuchtpatrone, sichtbar
- 120mm-Nebelpatrone
- 120mm-Übpatrone
Es wird zudem angegeben, dass bei der Wiederaufnahme der Mörser-Munitionsproduktion im „Munitionsarsenal” des dänischen Verteidigungsministeriums, die für 2027 erwartet wird, auch moderne 120-mm-Sprengpatronen für das dänische Heer hergestellt werden sollen, so dass Dänemark zukünftig über eine wichtige nationale Lieferkette für seine Mörser-Munition verfügen wird.
Thomas Lauge Nielsen
















