Loitering Munition oder auch Strike-Drohnen sind in den vergangenen Jahren zu einem elementaren Bestandteil der modernen Kriegsführung geworden. So verwundert es nicht, dass auch die Bundeswehr in solche Systeme investieren und die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 als ersten Großverband mit solchen Waffen ausrüsten möchte.
Dazu beabsichtigt das Verteidigungsministerium nach Informationen von hartpunkt, mehrere deutsche Hersteller mit der Lieferung von Strike-Drohnen im Rahmen des Vorhabens „Anfangsbefähigung KI-optimierter Aufklärungs- und Wirkungsverbund Landes- und Bündnisverteidigung“ zu beauftragen. Wie hartpunkt bereits im Herbst letzten Jahres berichtete, handelt es sich dabei um die beiden Technologie-Start-ups Helsing und STARK, die bereits zu Jahresbeginn 2025 mit der Lieferung von Systemen für Testzwecke beauftragt wurden, zudem sollte auch Rheinmetall Strike-Drohnen an die Bundeswehr liefern. Der ursprüngliche Plan sah es offenbar vor, dass die Beauftragung noch 2025 erfolgen sollte, nach der Freigabe der dafür notwendigen Haushaltsmittel in Höhe von fast einer Milliarde Euro durch das Parlament. Dieser Zeitplan konnte so nicht gehalten werden, weil offenbar nicht alle Hersteller rechtzeitig die geforderte Systemreife demonstrieren konnten. Nun soll die Beauftragung im Februar erfolgen. Ob es am Ende tatsächlich drei Hersteller werden oder doch nur zwei ist hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge noch nicht finalisiert.
Einer jüngst gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) getätigten Äußerung des im Haushaltsausschuss für die Rüstungsbeschaffung zuständigen Berichterstatters der SPD-Bundestagsfraktion Andreas Schwarz zufolge, gehen die Haushaltspolitiker aktuell davon aus, dass im Februar Beschlussvorlagen von zwei Herstellern behandelt werden. „Nachdem ein Anbieter bisher nicht in der erforderlichen Qualität liefern kann, müssen die beiden schnellsten Anbieter nicht länger auf den langsamsten warten. Es wird nur das beschafft, was tatsächlich funktioniert“, erklärte Schwarz gegenüber dem RND. Bei dem bis dato nicht lieferfähigen Hersteller soll es sich hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge um Rheinmetall handeln. Gleichwohl liegt die Betonung in diesem Fall auf dem Punkt „bis dato“.
Wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt bestätigen, verfügt die Bundeswehr aktuell über endverhandelte Verträge mit allen drei oben aufgeführten Herstellern. Zudem sind dem Vernehmen nach weitere Nachweismöglichkeiten der Systemreife in den kommenden Wochen anberaumt. Wenn diese erfolgreich abgeschlossen werden können, gehen Beobachter davon aus, dass im Februar doch drei und nicht nur zwei sogenannte 25-Mio-Vorlagen für die Beschaffung von Loitering-Munition-Systemen im Parlament behandelt werden können.
Waldemar Geiger

















