Die dänische Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation für Verteidigung (DALO) hat BAE Systems Hägglunds mit der Lieferung von 44 weiteren Schützenpanzern des Typs CV90MkIIIC beauftragt. Wie aus einer gestrigen Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, beläuft sich das Auftragsvolumen auf umgerechnet rund 390 Millionen Euro, neben den Kosten für die Fahrzeuge sind in der Summe auch Kosten für Ersatzteile, Support, Logistik und Schulungen enthalten.
Die nun erfolgte Bestellung ergänzt einen bereits im Dezember 2024 getätigte Beschaffung von 115 Schützenpanzern des selben Typs, hartpunkt berichtete, so dass sich der Flottenbestand des dänischen Heeres sich zukünftig auf 159 CV90MkIIIC erhöhen und nach Angaben von BAE Systems das geplante geplante Programm zur Verlängerung der Lebensdauer der bestehenden CV9035DK-Flotte ersetzt wird.
„Der Schützenpanzer ist ein wesentlicher Bestandteil der Kampfkraft der schweren Brigade. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir so schnell wie möglich eine konsolidierte Fahrzeugflotte erwerben“, wird Generalmajor Peter Boysen, Befehlshaber des dänischen Heeres in einer Pressemitteilung der DALO zitiert. „Mit der Entscheidung, die derzeitigen 44 Schützenpanzer durch neue zu ersetzen, wird das Heer bis Ende 2030 über 159 hochmoderne Schützenpanzer verfügen“, so der General weiter.
Das dänische Heer hat den CV90-Schützenpanzer in der Variante CV9035 – ausgestatten mit einer 35-mm-Maschinenkanone – seit 2007 in seinem Bestand, und plante ursprünglich 44 in Nutzung befindlichen Systeme zu modernisieren. Die Maßnahme sollte bis 2029 andauern. Dieser Plan wurde nun offensichtlich zugunsten eines Kaufes neuer CV90MkIIIC-Panzer verworfen. Wie aus der Mitteilung der DALO hervorgeht, soll durch den Wechsel der Maßnahmen verhindert werden, dass die Streitkräfte für längere Zeit ohne Schützenpanzer auskommen müssen. Diese hätten für die Dauer der Modernisierung an die Industrie abgegeben werden sollen. Die 44 alten Schützenpanzer werden nun zu einem späteren Zeitpunkt ausgemustert und soweit möglich als Ersatzteile verwendet. Mit dem Zulauf aller 159 neu bestellter CV90-Schützenpanzer wird im Zeitraum 2027 bis 2030 gerechnet.
CV90MkIIIC
Das Kampffahrzeug 90 (CV90) wurde in den späten 1980er Jahren von Hägglunds zusammen mit anderen schwedischen Rüstungsunternehmen wie Bofors entwickelt und 1994 erstmals an die schwedische Armee geliefert. Die ursprünglich nach Schweden gelieferte Version war mit einer 40-mm-Bofors-Maschinenkanone bewaffnet. Für die Exportversionen gab es eine Reihe von Waffenoptionen, darunter die Bushmaster Chain Gun, die heute von Northrop Grumman hergestellt wird, entweder in 30 x 173 mm oder 35 x 228 mm, mit integrierten Programmiergeräten für fortschrittliche Airburst-Munition.
Früheren Angaben des Herstellers zufolge wird der CV90MkIIIC nach dem gleichen Standard gebaut wie das neueste CV90-Midlife-Upgrade-Programm für die Niederlande. Als Hauptbewaffnung kommt eine 35mm-Maschinenkanone zum Einsatz. Die Fahrzeuge werden laut Hersteller mit einem neuen Turm ausgestattet, der in Bezug auf Design und Funktionalität einen Sprung nach vorn bedeute.
So wurde beispielsweise die Position der Hauptwaffe angepasst, um das Fahrzeug noch besser auszubalancieren und neue Optionen für die Integration von Waffensystemen zu ermöglichen. Das neue Design bietet laut Hersteller zudem ergonomische Verbesserungen für die Besatzung und basiert auf jahrelanger Kampferfahrung, kontinuierlichen Fahrzeugverbesserungen und Datenanalysen des CV90-User-Clubs, welcher sich aus allen CV90-Nutzernationen zusammensetzt.
Ein sogenanntes „Defence Aid Suite“(DAS)-Sensorsystem soll sowohl Wirkung als auch Schutz der Besatzung erhöhen. Zudem werden die dänischen Schützenpanzer mit Panzerabwehrlenkflugkörpern eines nicht näher spezifizierten Typs ausgestattet.
Als weitere Maßnahme werden die Schützenpanzer, ähnlich dem niederländischen MLU, mit Endlos-Gummibandverbundketten (rubber tracks) ausgestattet. Dadurch wird sowohl das Gewicht des Fahrzeugs verringert, wodurch mehr Nutzlast für neue Systeme zur Verfügung steht, als auch Lärm und Vibrationen reduziert, um die langfristigen biomechanischen Auswirkungen auf die Besatzung zu verringern. Wie die DALO zudem schreibt, wird der Schützenpanzer auch über ein abstandsaktives Schutzsystem verfügen.
Waldemar Geiger

















