Tschechien bestellt Kampfpanzer Leopard 2 A8

Waldemar Geiger

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Die tschechischen Streitkräfte erhalten ab 2028 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A8. Ein entsprechender Liefervertrag mit dem Hersteller KNDS Deutschland wurde gestern unterzeichnet. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, werden zunächst 44 Leopard 2 A8 beschafft, mit der Option auf 14 weitere Systeme. Die Auslieferung der ersten Systeme ist für 2028 vorgesehen.

Die Beschaffung selbst erfolgte über das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw, welches die Bestellung im Auftrag des tschechischen Verteidigungsministeriums getätigt hat. Grundlage dafür ist der vom BAAINBw geschaffene Bundeswehr-Rahmenvertrag für den Leopard 2 A8. Dieser ermöglicht es auch anderen Staaten, das KNDS-Kampfpanzersystem in der Konfiguration A8 zu beschaffen.

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Wie KNDS Deutschland in der gestern veröffentlichten Mitteilung schreibt, sind unter anderem weitreichende Service- und logistische Supportleistungen Bestandteil des nun abgeschlossenen Vertrages. Parallel zu der Beschaffung der Kampfpanzer wurde auch ein Vertrag über länderspezifische Anpassungen geschlossen. Das gesamte Auftragsvolumen beider Verträge liegt KNDS zufolge bei rund 1,34 Milliarden Euro.

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Neben der Kampfpanzerbeschaffung plant Tschechien zudem den Kauf weiterer 19 Leopard-Systeme wie Berge-, Brücken-, Pionier und Fahrschulfahrzeuge. Dafür werden zukünftig separate Verträge geschlossen. Hier dürfte es sich gut informierten Kreisen um den Bergepanzer 3 Büffel (Rheinmetall), das Panzerschnellbrückensystem Leguan (KNDS Deutschland) und den Pionierpanzer Kodiak (Rheinmetall) handeln.

Tschechien ist der dritte Staat, der der gemeinsamen Leopard-2-A8-Beschaffung mit Deutschland beigetreten ist. Die Neufertigung dieser Leopard-2-Kampfpanzer festigt die Variante A8 als neuen Standard.

Der LEOPARD 2 Kampfpanzer ist in 15 europäischen Staaten eingeführt und das Symbol für Interoperabilität, eine erfolgreiche Standardisierung und Europäisierung.

Leopard 2 A8

Der Leopard 2 A8 ist die aktuelle Ausbaustufe des mittlerweile in 15 europäischen Staaten eingeführten Kampfpanzers. KNDS Deutschland sieht es daher als „Symbol für Interoperabilität, eine erfolgreiche Standardisierung und Europäisierung“.

Tschechien ist bereits das dritte Land, welches der gemeinsamen Leopard-2-A8-Beschaffung mit Deutschland beigetreten ist. Nach der Bundeswehr haben sich auch Litauen und die Niederlande für den Kauf der Fahrzeuge aus dem Bundeswehr-Rahmenvertrag entschieden. Insgesamt sind somit bis heute 257 Leopard 2 A8 unter Vertrag, davon 123 für die Bundeswehr, 44 für Litauen, 46 für die Niederlande und 44 für Tschechien. Zudem sind Optionen für 20 weitere Leopard 2 A8 vorhanden, sechs für die Niederlande und 14 für Tschechien.

Der Leopard 2 A8 ist gegenüber den Vorgängervarianten ein von Grund auf neu hergestellter Kampfpanzer mit einem Gefechtsgewicht von rund 70 Tonnen. Als Hauptbewaffnung dient eine Rheinmetall-Waffenanlage mit einem 120mm/L55A1-Rohr. Damit ist der Panzer zum Verschuss von programmierbarer HE-Munition und von KE-Munition neuester Bauart befähigt. Das Fahrzeug soll Brancheninformationen zufolge über eine volldigitale Feuerleitanlage und Tag- und Nachtsicht-Aufklärungs- und Zieloptiken für Kommandant und Richtschütze verfügen. Auch eine aus optischen sowie thermographischen Sensoren fusionierte Rundumsicht ist vorhanden. Zudem soll der A8 über eine vom Haupttriebwerk entkoppelte Stromversorgung mit mindestens 20 kW Dauerleistung verfügen.

Das Triebwerk sowie das anders untersetzte Seitenvorgelege entspricht der Konfiguration des Leopard 2 A7V. Ein neuer Bombletschutz am Turmdach sowie die neueste Version des abstandsaktiven Schutzsystems Trophy verbessern das Schutzniveau des A8 gegenüber den früheren Modellen.

Waldemar Geiger