Bundestag billigt sechs 25-Mio-Vorlagen – Bundeswehr mit neuem Beschaffungs-Ansatz bei Loitering Munition

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Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern insgesamt sechs sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen für Beschaffungsgroßprojekte der Bundeswehr zugestimmt. Wie das BMVg in einer Mitteilung schreibt, gehören dazu auch zwei Rahmenvereinbarungen zur Beschaffung von sogenannten Loitering Munition Systems (LMS).

In einem ersten Schritt werden demnach bei zwei Herstellern eine feste Anzahl an LMS bestellt. Es handelt sich dabei um die Firmen Stark und Helsing. In der Folge können laut Ministerium über die Rahmenverträge weitere LMS abgerufen werden, wenn die Produkte festgelegte Qualifikationsnachweise und damit die Bedarfe der Streitkräfte erfüllen. Es bestehe jedoch keine Verpflichtung zur Abnahme der optionalen Rahmenvertragsmenge, heißt es in der Mitteilung.

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Im April 2025 habe sich die Bundeswehr für die Beschaffung von LMS entschieden, die umgangssprachlich oft als „Kamikazedrohnen“ bezeichnet werden. Über bordeigene Sensoren und eine KI-gestützte Datenauswertung können die Systeme selbstständig Ziele am Boden erkennen und dem Bedienenden anzeigen. Nach einer entsprechenden Freigabe kann der Flugkörper samt Sprengladung das Ziel mit hoher Präzision bekämpfen. Die Kontrolle über die Bekämpfung behalte dabei immer der Mensch, schreibt das BMVg.

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Aktuelle Konflikte haben laut Mitteilung gezeigt, dass LMS eine Schlüsselfähigkeit für moderne Streitkräfte darstellen. Die Beschaffung von LMS habe damit höchste Priorität. Die gestern getroffene Entscheidung des Haushaltsausschusses ebne den Weg, die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 planmäßig im Jahr 2027 mit einem Aufklärungs- und Wirkverbund, einschließlich LMS auszustatten. „Um diese Zeitlinien sicherstellen zu können, nutzen wir ein neuartiges Verfahren. Wichtige Meilensteine wie die Produktanpassung, erste Truppentests und Ausbildungen werden nicht nacheinander durchgeführt, sondern laufen parallel, was erhebliche Zeitgewinne ermöglicht“, schreibt das Ministerium.

Beide Hersteller haben demnach zum jetzigen Zeitpunkt die erforderliche Reife bzw. Qualität ihrer Produkte in firmenseitigen und bundeswehreigenen Qualifizierungs- und Testverfahren nachweisen können (Proof of Concept: Machbarkeitsnachweis). Darüber hinaus werde das verbleibende Restrisiko durch die Vereinbarung von Abbruchmeilensteinen vertraglich abgesichert. Die Verträge erlauben einen einseitigen Rücktritt des Auftraggebers, wenn die erforderlichen Qualifikationsnachweise nicht erreicht werden. Außerdem werden laut Mitteilung Innovationsklauseln angewendet, die dazu verpflichten, die LMS kontinuierlich technologisch weiterzuentwickeln bzw. anzupassen. „Wir tragen damit den schnellen Innovationszyklen bei der KI und bei den (Teil-)Autonomen Systemen Rechnung“, so das BMVg.

Die parallele Beauftragung mehrerer Hersteller verfolge mehrere Ziele:

· Förderung von Entwicklung und Produktion dieser militärischen Schlüsselfähigkeit in Deutschland.

· Erhalt ausreichender Stückzahlen für die zeitgerechte Ausstattung der Brigade in Litauen bereits bis Anfang 2027.

·Vorsorge, falls nicht alle Hersteller die Serienreife erreichen.

·Beschaffung von Systemen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, was den „Instrumentenkasten“ der Kommandeure erweitert

· Erhöhte Flexibilität und Durchsetzungsfähigkeit bei Gegenmaßnahmen des Gegners (z.B. bei elektronischen Abwehrmaßnahmen).

Der Mitteilung zufolge wurden neben den beiden Verträgen für LMS  vier weitere 25-Millionen-Euro-Vorlagen gebilligt:

  • Wärmebildbeobachtungsgeräte: Abruf weiterer Geräte aus Rahmenvereinbarung
  • Seasparrow: deutsche Beteiligung an der Verbesserung des Lenkflugkörpers Evolved Seasparrow Missile Block 2
  • NH90 Hubschrauber: Herstellung der Instandhaltungsbereitschaft des Sonarsystems
  • NH90 Hubschrauber: Vertrag über die Entwicklung zusätzlicher Verbesserungen des Navigationssystems
    lah