Die Rheinmetall-Division Naval Systems hat mit IBM, Anschütz und besecke eine strategische Technologie-Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung autonomer Überwasserfahrzeuge vereinbart. Die Industriekooperation ziele darauf ab, die Entscheidungsfindung in komplexen maritimen Umgebungen weiter zu verbessern, schreibt Rheinmetall in einer Mitteilung.
Das KI‑gestützte System der Partner verfügt laut Rheinmetall über erweiterte autonome Fähigkeiten für die Teilnahme am und zur Verbesserung der Entscheidungsfindung und Sicherheit im Seeverkehr sowie zur seeseitigen Aufklärung, Überwachung und Verteidigung.
Der erste Versuchsträger, das 12-Meter-Einsatzboot AMC12 (Autonomous Modular Craft) wurde im Rahmen der diesjährigen Übung von Marine und Industrie mit der Bezeichnung SeaSEC in Rostock erstmals erfolgreich getestet und demonstrierte mehrere Fähigkeiten, darunter einen neuen autonomen Modus, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
„Auf der SeaSEC haben wir den AMC12 im Rahmen einer Kooperation erstmals erfolgreich unter realen Bedingungen erprobt. Dieser Fähigkeitsträger ist das Ergebnis gemeinsamer, intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf der Grundlage bedarfsgerechter Analysen und qualifizierter Lageeinschätzungen aktueller und künftiger Bedrohungsszenarien. Unser Ziel ist es, unsere Streitkräfte mit dem Equipment auszurüsten, das sie benötigt, um ihre Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung bestmöglich zu erfüllen“, so Tim Wagner, CEO der Rheinmetall-Division Naval Systems.
Der SeaSEC-Einsatz des AMC12 erfolgte den Angaben zufolge im Rahmen einer Challenge mit dem Ziel, Aufklärung zum Schutz kritischer Infrastruktur wie Pipelines oder Offshore-Windparks zu testen. Teil der SeaSEC-Kooperation seien unter anderem Anschütz und IBM sowie zahlreiche weitere namhafte Unternehmen aus dem Bereich der Unterwassersensorik.
Die AMC-Plattform, die ihre ersten Probefahrten bereits im Werfthafen des Rheinmetall-Standorts Blohm+Voss absolviert hat, ist laut Rheinmetall als modulares System ausgelegt und ermögliche durch austauschbare Missionsmodule die flexible Integration unterschiedlichster Technologien – von Navigations- und Sensorsystemen über Kommunikationslösungen bis hin zu Anwendungen aus dem Bereich der KI. Der Versuchsträger kombiniere IBMs Expertise in KI, Software Defined Defense (SDD) und Cloud-Technologie mit automatisierten Navigations- und Einsatzsystemen von Anschütz, die gleichzeitig eine Zulassung für die Teilnahme am Seeverkehr gewährleisten, heißt es in der Mitteilung. Die Schiffsautomation stamme von besecke. Die im Rahmen der SeaSEC eingesetzte Unterwassersensorik werde von MacArtney Germany bereitgestellt. Die gesamte Systemintegration und die Fertigung der Plattform selbst werden durch die Rheinmetall-Division Naval Systems verantwortet.
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