Das US-amerikanische Technologieunternehmen Anduril Industries gab am 6. September bekannt, einen Auftrag der U.S. Army zur Entwicklung einer Mixed-Reality-Anwendung erhalten zu haben, die in Nachtsichtgeräte integriert werden soll. Der Entwicklungsauftrag im Rahmen des Programms „Soldier Borne Mission Command“ umfasst der Mitteilung zufolge einen Finanzrahmen von 159 Millionen US-Dollar und soll das Ziel verfolgen einen initialen Prototyp bereitzustellen.
Ziel der Entwicklung sei es Anduril zufolge ein auf dem Gefechtshelm montierbares Mixed-Reality-System zu entwickeln, das fortschrittliche Nachtsichttechnik mit Augmented-Reality-Overlays vereint. Dadurch soll für den Anwender eine einheitliche Wahrnehmungsebene entstehen, die Tag-, Nacht- und Wärmebilder mit Echtzeit-Informationen verbindet. Neben einer durch Anbindung des einzelnen Soldaten an bestehende Battlefield Management Systeme erfolgende deutliche Steigerung des Situationsbewusstseins soll auch die Integration und Führbarkeit unbemannter Systeme durch den Nutzer signifikant verbessert werden. Als Technologiepartnern benennt die Mitteilung Meta, OSI und Qualcomm Technologies. Zudem soll die Helmplatform offenbar von Gentex bereitgestellt werden.
Das Soldier Borne Mission Command ist eine Fortsetzung des 2016 begonnenen Integrated Visual Augmentation System (IVAS) Programms, welches ursprünglich von Microsoft vorangetrieben wurde. Nach mehrjähriger Verzögerung und deutlicher Kritik an dem System wurde im Februar 2025 bekannt, das Anduril Industries die Leitung des Vorhabens übernehmen soll. Die zum Einsatz kommende, neue Soldier Borne Mission Command-Architecture (SBMC-A) Software basiert Unternehmensangaben zufolge auf dem bereits von Anduril angebotenen Führungssystem Lattice. Dieses wird laut Anduril ständig in enger Kooperation mit Palantir Technologies, L3Harris Technologies, Persistent Systems, LLC, Sierra Nevada Company, DTC, Maxar Intelligence und Kägwerks fortentwickelt.
Als Displayeinheit kommt zuerst das im Frühjahr 2023 vorgestellte IVAS 1.2 Headset zum Einsatz, welches nicht unumstritten ist und laut Pressemeldungen mit einigen Defiziten behaftet sein soll. Da diese nicht nur durch Softwareoptimierung behoben werden können, soll im Rahmen des SBMC-Programms auch ein neues Helmdisplays mit der dazugehörigen Edge-Computing-Hardware entwickelt werden.
Kristóf Nagy


















