Niederländisches Heer soll zusätzlichen Grenadierverband mit CV90-Schützenpanzern erhalten

Waldemar Geiger

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Die 13. Lichte Brigade – dabei handelt es sich um einen Gefechtsverband der mittleren Kräftekategorie – des niederländischen Heeres (Landmacht) soll mit einem zusätzlichen Grenadierverband verstärkt werden, welcher neu aufgestellt werden soll. Dies geht aus einem heute an das niederländische Parlament verschickten Schreiben des niederländischen Verteidigungsministeriums (Defensie) hervor. Die restlichen Kampfverbände der Brigade sind mit Boxer-Fahrzeugen ausgestattet.

Um dem neuen Verband Stoßkraft zu verleihen und diesen mit entsprechender Ausrüstung ausstatten zu können, plant Defensie eine Beschaffung von weiteren CV90-Schützenpanzern, die im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Beschaffungsprogramms – geführt von Schweden – gekauft werden sollen.

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Wie es in dem Schreiben heißt, wird das neue Grenadierbataillon in Anlehnung an das neue Panzerbataillon neben den CV90-Schützenpanzern teilweise auch über unbemannte Plattformen verfügen. „Darüber hinaus verstärkt das Verteidigungsministerium die Panzerabwehrfähigkeit, die Aufklärungsfähigkeit und die Einsatzunterstützungsfähigkeit mit unbemannten Systemen. Dies erhöht die operative Effektivität und verringert gleichzeitig die Risiken für das Personal“, schreibt Defensie.

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Über die Anzahl der zum Kauf vorgesehenen Schützenpanzer gibt der Brief keine Auskunft, ein typisches mechanisiertes Infanteriebataillon der Landmacht verfügt jedoch über 44 Schützenpanzer des Typs CV90.

Bei der zu beschaffenden Schützenpanzervariante soll es sich dem Schreiben zufolge um den „CV90 Nordic Edition“ handeln, bei der es sich um eine Weiterentwicklung der Konfiguration des niederländischen CV90 nach dem aktuellen Midlife-Update handelt. In der Nomenklatur des Herstellers dürfte das Fahrzeug als CV90MkIIIC bezeichnet werden. Diese Variante wird derzeit unter anderem durch Schweden, Norwegen und Dänemark beschafft.

CV90MkIIIC

Das Kampffahrzeug 90 (CV90) wurde in den späten 1980er Jahren von Hägglunds zusammen mit anderen schwedischen Rüstungsunternehmen wie Bofors entwickelt und 1994 erstmals an die schwedische Armee geliefert. Die ursprünglich nach Schweden gelieferte Version war mit einer 40-mm-Bofors-Maschinenkanone bewaffnet. Für die Exportversionen gab es eine Reihe von Waffenoptionen, darunter die Bushmaster Chain Gun, die heute von Northrop Grumman hergestellt wird, entweder in 30 x 173 mm oder 35 x 228 mm, mit integrierten Programmiergeräten für fortschrittliche Airburst-Munition.

Früheren Angaben des Herstellers zufolge wird der CV90MkIIIC nach dem gleichen Standard gebaut wie das neueste CV90-Midlife-Upgrade-Programm für die Niederlande. Als Hauptbewaffnung kommt eine 35mm-Maschinenkanone zum Einsatz. Die Fahrzeuge werden laut Hersteller mit einem neuen Turm ausgestattet, der in Bezug auf Design und Funktionalität einen Sprung nach vorn bedeute.

So wurde beispielsweise die Position der Hauptwaffe angepasst, um das Fahrzeug noch besser auszubalancieren und neue Optionen für die Integration von Waffensystemen zu ermöglichen. Das neue Design bietet laut Hersteller zudem ergonomische Verbesserungen für die Besatzung und basiert auf jahrelanger Kampferfahrung, kontinuierlichen Fahrzeugverbesserungen und Datenanalysen des CV90-User-Clubs, welcher sich aus allen CV90-Nutzernationen zusammensetzt.

Ein sogenanntes „Defence Aid Suite“(DAS)-Sensorsystem soll sowohl Wirkung als auch Schutz der Besatzung erhöhen. Zudem werden die dänischen Schützenpanzer mit Panzerabwehrlenkflugkörpern eines nicht näher spezifizierten Typs ausgestattet.

Als weitere Maßnahme werden die Schützenpanzer, ähnlich dem niederländischen MLU, mit Endlos-Gummibandverbundketten (rubber tracks) ausgestattet. Dadurch wird sowohl das Gewicht des Fahrzeugs verringert, wodurch mehr Nutzlast für neue Systeme zur Verfügung steht, als auch Lärm und Vibrationen reduziert, um die langfristigen biomechanischen Auswirkungen auf die Besatzung zu verringern. Wie die DALO zudem schreibt, wird der Schützenpanzer auch über ein abstandsaktives Schutzsystem verfügen.

Waldemar Geiger