Eine Reihe von deutschen Drohnen-Unternehmen und -Start-ups nutzt die in diesen Tagen stattfindende Münchener Sicherheitskonferenz, um Kooperationen mit neuen ukrainischen Partnern bekanntzugeben. So haben Auterion, ein führender Anbieter von autonomen Drohnenbetriebssystemen, und Airlogix, ein ukrainisches Unternehmen für Verteidigungstechnologie, heute die Gründung eines Joint Ventures zur Herstellung von KI-gesteuerten unbemannten Flugsystemen für die Ukraine und verbündete Nationen bekanntgegeben.
Die ukrainische Regierung habe Tausende der in Deutschland hergestellten Systeme vom Joint Venture angefordert und sich zu einer langfristigen Partnerschaft mit dem deutschen Verteidigungsministerium für die Lieferung von Tausenden autonomer Angriffssysteme an die ukrainischen Streitkräfte verpflichtet, schreibt Auterion in einer Mitteilung. Dies sei eines der bislang größten europäischen Engagements für die Drohnenproduktion für die Ukraine. Die Systeme erfüllen den Angaben zufolge auch die Anforderungen für die Beschaffung von Munition für die deutschen Streitkräfte.
Das Joint Venture kombiniere die kampferprobten UAV-Plattformen von Airlogix mit der branchenführenden KI-Steuerung, autonomen Navigation und Software für elektronische Kriegsführung von Auterion, heißt es weiter.
Das Unternehmen Auterion Airlogix Joint Venture GmbH wurde den Angaben zufolge mit Unterstützung der deutschen und der ukrainischen Regierung gegründet. Die Produktion wird demnach in Deutschland stattfinden, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette gewährleistet und eine rasche Skalierung zur Erfüllung der operativen Anforderungen ermöglicht werden soll. Die ersten Lieferungen sind für 2026 geplant.
Darüber hinaus haben der deutsche Drohnenpionier Wingcopter und der größte ukrainische Produzent von unbemannten Luftfahrzeugen (Unmanned Aerial Vehicles, UAV), TAF Industries, eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Die Erklärung wurde heute auf der Münchner Sicherheitskonferenz in Anwesenheit von Regierungsvertretern aus der Ukraine und Deutschland offiziell unterzeichnet, wie Wingcopter mitteilt.
Das Joint Venture solle die Widerstandsfähigkeit der Produktion kritischer Rüstungsgüter für die Ukraine stärken, die Versorgungssicherheit im Kriegszustand gewährleisten und Risiken für die dortige Industrie reduzieren. Dafür sollen den Angaben zufolge neue Produktionskapazitäten in einem sicheren und resilienten industriellen Umfeld in Deutschland aufgebaut werden. Gleichzeitig ebne das Joint Venture den Weg für eine langfristige deutsch-ukrainische Industriekooperation im Bereich kampferprobter Verteidigungstechnologien. Die Partnerschaft wird laut Mitteilung im Rahmen des „Build with Ukraine“-Programms geschlossen.
Im Joint Venture werde TAF Industries ihre operationelle Expertise und das lizensierte Design ihrer Aufklärungsdrohnen einbringen, die bereits umfassend unter realen Bedingungen zum Einsatz kommen. Wingcopter werde die eigene technische Expertise in Fertigung und Entwicklung, sowie die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen, um eine schnelle Skalierung der Produktion in Deutschland zu ermöglichen.
In diesem Kontext bildet die neu gegründete Geschäftseinheit Wingcopter Security & Defence (WSD), mit der Wingcopter in den Sicherheits- und Verteidigungssektor eintritt, ein starkes Rückgrat für das Joint Venture, wie das Unternehmen ausführt. WSD ergänzt die bestehenden kommerziellen Liefer- und Vermessungsaktivitäten von Wingcopter um Aufklärungs- und militärische Frachtanwendungen und erschließt so das volle Potenzial der bewährten Dual-Use-Plattform sowie der Wingcopter-IP. Über die bestehenden Systeme hinaus planen die Partner nach eigenen Angaben die gemeinsame Entwicklung und lokale Fertigung künftiger UAV-Plattformen für den europäischen und den NATO-Markt.
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