Die US-Marine hat einen bedeutenden Meilenstein hinsichtlich der Integration der trägergestützten Variante des Joint Strike Fighter F-35C auf den atomgetriebenen Flugzeugträgern der Ford-Klasse erreicht. Am 13. Oktober landeten zwei F-35C, die der Air Test and Evaluation Squadron (VX) 23 angehören, an Bord des derzeit in der Erprobung befindlichen neuen Flugzeugträgers PCU John F. Kennedy (CVN-79).
Die US-Marine veröffentlichte mehrere Bilderserien, die die Ankunft und den Flugbetrieb von mindestens zwei F-35C mit den Kennungen 401 und 403 auf dem noch nicht in Dienst gestellten Flugzeugträger (daher PCU, oder Pre-Commissioning Unit) dokumentieren. Die Flugzeuge absolvierten Fangseillandungen und Katapultstarts von der CVN-79 unter Nutzung der speziellen Start- und Fangsysteme EMALS (ElectroMagnetic Aircraft Launch System) und AAG (Advanced Arresting Gear) des Flugzeugträgers. Diese Aktivitäten sind Teil der Flugzeugkompatibilitätstests (Aircraft Compatibility Test/ACT), welche die US-Marine auf Flugzeugträgern durchführt, um die grundlegende Funktionalität und Integration mit den an Bord stationierten Flugzeugen sicherzustellen.
Die Gerald R. Ford (CVN-78) als Typschiff der neuen Klasse von Flugzeugträgern ging bereits 2017 bei der US-Flotte in den aktiven Dienst. Bis heute sind auf dem Flugzeugträger jedoch keine F-35C in Betrieb. Stattdessen fliegen von diesem ersten Träger einer neuen Generation ausschließlich Einheiten, welche mit Varianten der älteren F/A-18 Super Hornet ausgestattet sind. Umgekehrt ist die F-35C der U.S. Navy bereits seit sechs Jahren auf älteren Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse einsatzbereit. Das Stealth-Kampfflugzeug für den Trägereinsatz begann den ACT-Prozess ursprünglich im November 2014 an Bord der USS Nimitz (CVN-68). Der erste Nimitz-Träger, der mit der F-35C in einen Einsatz ging, war 2020 die USS Carl Vinson, welche ihre ACT-Erprobungen mit dem Muster 2017 begann.
Der Hauptgrund für die verzögerte Einführung der F-35C auf Trägern der Ford-Klasse ist die Entscheidung der USN, verschiedene Test- und Integrationsmaßnahmen auf den neuen Trägern zeitlich erheblich zu strecken. Die Maßnahme resultierte aus einer vom US-Kongress implementierten Budget-Vorgabe für das CVN-78-Programm. Die Motivation des Kongresses war es, mit dieser Vorgabe eine strengere Einhaltung des bewilligten Budgets zu erzwingen und Kostenexplosionen bei der Indienststellung der neuen Träger zu verhindern.

Um dem Mandat formal nachzukommen, ohne die Abnahme der USS Gerald R. Ford selbst wesentlich zu verzögern, verzögerte die US-Marine allerdings mehrere Meilensteine bei der Systemintegration, um diesbezügliche Ausgaben in zukünftige Haushaltsjahre zu verschieben. Diese Dynamik führte zu einer eingeschränkten Funktionalität verschiedener Systeme auf dem nominell einsatzbereiten Flugzeugträger, was insbesondere Aspekte wie EMALS und die neu entwickelten Munitionsaufzüge betraf. Als Reaktion darauf erwirkte das House Armed Services Committee (HASC) in seiner Vorlage für das Haushaltsjahr 2020 ein Mandat, dass die US-Flotte den zweiten Träger John F. Kennedy nicht ohne die Fähigkeit zur Aufnahme der F-35C in Dienst nehmen darf.
In diesem Kontext finden die derzeitigen Aktivitäten an Bord der PCU John F. Kennedy statt, bevor der Flugzeugträger 2027 bei der USN in Dienst gestellt werden soll. Die neuen Träger der Ford-Klasse haben sowohl im amerikanischen Inland als auch international kritische Aufmerksamkeit auf sich gezogen, begründet durch die verzögerte Indienststellung und Mängel bei verschiedenen Subsystemen, insbesondere dem elektromagnetischen Katapultstartsystem EMALS.
Diese Schwierigkeiten motivierten Präsident Donald Trump zuletzt im August dieses Jahres dazu, eine Prüfung der weiteren Beschaffung von Trägern der Ford-Klasse anzuordnen. Die Beurteilung mit einer Dauer von 60 Tagen zielt konkret darauf ab, die Möglichkeit zu untersuchen, künftige Träger, beginnend mit dem bereits bewilligten Träger CVN-81 Doris Miller, erneut mit Dampfkatapulten auszustatten, wie sie auf den älteren Trägern der Nimitz-Klasse in Verwendung sind. Trotz dieser Initiative auf höchster Ebene erscheinen die Aussichten für eine derartige Änderung jedoch äußerst gering. Eine solch drastische Konstruktionsänderung würde wahrscheinlich erhebliche Kostensteigerungen und Verzögerungen beim weiteren Flugzeugträgerbau verursachen. Diese Störung würde zu einem Zeitpunkt eintreten, zu dem die U.S. Navy ohnehin bereits mit der operativen Verfügbarkeit der aktiven Flotte zu kämpfen hat. Die US-Marine erteilt unterdessen weiterhin Langzeitaufträge für die Beschaffung von EMALS- und AAG-Komponenten für den Betrieb und die Konstruktion zukünftiger Träger.
Ein zunehmend relevanter internationaler Aspekt der Integration der F-35C auf den neuesten Flugzeugträgern der US-Marine ist, dass auch die chinesische Marine (PLAN) ihre eigene Expansion und Modernisierung von trägergestützten Kampfflugzeugen mit Technologien der nächsten Generation vorantreibt. Der dritte chinesische Flugzeugträger Fujian (Bordnummer 18) – dabei handelt es sich um den ersten chinesischen Träger, der mit Katapulten ausgestattet ist –, wurde im November 2025 offiziell bei der PLAN in Dienst gestellt. Auf dem chinesischen „Superträger“, eine umgangssprachliche Bezeichnung für Katapult-Träger mit über 80.000 Tonnen Verdrängung, wurden erstmals Landungen und Starts mit mehreren Flugzeugtypen im März 2025 durchgeführt. Diese Erprobungen beinhalteten, wie von hartpunkt berichtet, auch die J-35, welche analog zur F-35C das Träger-Kampfflugzeug der nächsten Generation für die PLAN ist. Ebenso wie die Ford-Klasse ist die Fujian nicht mit Dampfkatapulten, sondern mit elektromagnetischen Varianten ausgestattet, wobei dem Vernehmen nach der chinesische Entwurf deutliche technische Unterschiede und Vereinfachungen im Vergleich zum amerikanischen EMALS aufweist.
Während die Fujian noch in der Erprobung ist, welche mindestens ein bis zwei weitere Jahre in Anspruch nehmen wird, ist in der nordchinesischen Hafenstadt Dalian bereits der nächste Flugzeugträger für die PLAN im Bau. Der mutmaßlich nuklear angetriebene neue „Typ 004“ unterstreicht ebenso wie die Fujian, dass sich das Bedrohungs- und Anforderungsspektrum für internationale Einsätze der US-Trägerflotte nach Jahrzehnten der konkurrenzlosen Dominanz auf den Weltmeeren schrittweise verändert. In der Konsequenz dürfte die US-Marine unter zunehmendem öffentlichen und politischen Druck stehen, neue Fähigkeiten wie die F-35C und die Träger der Ford-Klasse ohne weitere Verzögerungen in den aktiven Dienst zu bringen.
Autor: Alexander Luck ist Analyst für Rüstungspolitik mit Schwerpunkt Marine und Luftfahrt. Sein Fokus liegt auf dem indopazifischen Raum, besonders Entwicklungen in China, Ostasien und Australien.
















