Mit der heutigen Bekanntgabe an Bord der Korvette der Visby-Klasse „Härnösand“, dass die FDI-Fregatte von Naval Group die Basis für Schwedens zukünftige Luftverteidigungsfregatten bilden soll, hat das schwedische Fregattenprogramm der Luleå-Klasse einen bedeutenden Schritt nach vorne gemacht.
In einem Schritt, den Premierminister Ulf Kristersson als „Verdreifachung der schwedischen [boden- und seegestützten] Luftverteidigung“ bezeichnete, setzte sich die französische Fregatte gegen spanische und britische Konkurrenz durch. Die Entscheidung basierte im Wesentlichen auf drei Faktoren: der Liefergeschwindigkeit (da die Klasse derzeit in der Werft der Naval Group in Lorient gebaut wird und ab 2030 vier Schiffe ausgeliefert werden sollen, wobei jedes Jahr ein Schiff geliefert wird), dem Reifegrad des Designs und der integrierten Kampfsysteme sowie der Möglichkeit, die Kosten mit anderen Nutzern zu teilen.
Das Programm für die Beschaffung von vier neuen Schiffen begann ursprünglich im Jahr 2021, als Saab einen Auftrag für die Vorentwurfsarbeiten erhielt, die damals als vier Flugabwehrkorvetten auf Basis der aktuellen Visby-Klasse beschrieben wurden, jedoch vergrößert und zu einem als „Visby Generation Two“ bekannten Entwurf weiterentwickelt wurden. Seitdem hat sich die schwedische Sicherheitslage erheblich verändert, wobei die russische Invasion der Ukraine im Jahr 2022 dazu führte, dass das Land der NATO beitrat.
Daher wurde 2023 der britische Schiffbauer Babcock hinzugezogen, um bei der Konstruktion des mittlerweile zu einem größeren Schiff herangewachsenen Entwurfs zu helfen. Das Programm änderte im vergangenen Jahr erneut seine Form, als die hartpunkt-Partnerseite Naval News berichten konnte, dass Schweden ein „alternatives Verfahren für die Beschaffung neuer Überwasserkampfschiffe für die schwedischen Streitkräfte“ prüfte. Im weiteren Verlauf des Prozesses wurde klar, dass man sich bei der Konzeption auf ein etwa 120 m langes Schiff in Fregattengröße geeinigt hatte und die Beschaffung eines ausländischen Entwurfs bevorzugt wurde. Letztendlich kristallisierten sich drei aussichtsreiche Kandidaten heraus: die Babcock Arrowhead 120, die auf den Erfahrungen der Werft mit der größeren AH 140/Typ 31 aufbaut, die FDI von Naval Group und die ALFA 4000 von Navantia. Von den drei Entwürfen war die FDI der einzige bereits existierende und in Nutzung befindliche Entwurf; die AH 120 basierte, wie erwähnt, weitgehend auf einer verkleinerten AH 140, während die ALFA 4000 größtenteils ein von Grund auf neu entwickelter Entwurf für den Exportmarkt war, der auch Australien angeboten wurde.
Der Zeitplan für die Luleå-Klasse war während des gesamten Programms äußerst ehrgeizig, was durch die für die jüngste Kursänderung aufgewendete Zeit nicht gerade erleichtert wurde. Wie bereits erwähnt, erwies sich dies auch als einer der Gründe für die Entscheidung zugunsten der Naval Group, obwohl beide anderen Anbieter angaben, dass sie dieses Ziel erreichen könnten. Gleichzeitig ist Schweden zu Recht stolz auf seine einheimischen Marinesysteme, darunter die Saab-9LV-Familie von Führungs- und Waffeneinsatzsystemen (FüWES) sowie Sensoren und Waffen. Dies zeigt sich in der Integration schwedischer Waffen und Systeme auf den schwedischen FDI-Schiffen, wie beispielsweise der RBS-15-Anti-Schiffs-Flugkörper, dem ASW-Torpedo Torped 47, dem Giraffe-1X-Radar, den Trackfire-Waffenstationen sowie den 57-mm- und 40-mm-Deckgeschützen von BAE Systems Bofors. So wie es sich anhört, sieht es jedoch so aus, als würden die Schiffe das bewährte französische SETIS-FüWES beibehalten. Für die Luftverteidigung bestätigte Verteidigungsminister Pål Jonsson, dass die Schiffe sowohl mit der Aster 30, mit der ballistische Raketen abgeschossen werden können, als auch mit dem Flugkörper CAMM-ER ausgestattet werden, entsprechend der Konfiguration der französischen Schiffe.
Insbesondere die Aster 30 wird einen bedeutenden Leistungssprung für die schwedische Marine bedeuten, die seit der Ausmusterung des Seacat Anfang der 1980er Jahre keine Flugabwehrflugkörper mehr im Einsatz hatte.
Autor: Xavier Vavasseur ist Mitbegründer und Chefredakteur von Naval News. Er lebt in Paris, Frankreich und beschäftigt sich seit über einem Jahrzehnt mit dem Themengebiet der martimen Verteidigung. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Managementinformationssystemen und einen Master of Business Administration vom Florida Institute of Technology (FIT). Der Beitrag erschien erstmalig am 19.05.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Naval News.


















